Christian Adelhardt

Wer hat sich noch nicht schon mal gewĂĽnscht, ein eigenes Videospiel zu produzieren? FĂĽr viele bleibt das aus Kosten- oder ZeitgrĂĽnden leider ein Traum. Der Student Christian Adelhardt und...
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Wer hat sich noch nicht schon mal gewĂĽnscht, ein eigenes Videospiel zu produzieren? FĂĽr viele bleibt das aus Kosten- oder ZeitgrĂĽnden leider ein Traum. Der Student Christian Adelhardt und seine Kollegen haben sich diesen Traum nun erfĂĽllt. Wie sie dazu gekommen sind und wie ihr Erstlingswerk aussieht, das erfahrt ihr in folgendem Interview!

rebelgamer.de: Hi Christian, na alles klar? Super, dass du die Zeit findest, uns ein paar Fragen zu beantworten. Ist man als Student nicht den ganzen Tag mit Party machen beschäftigt? Oder habe ich da was falsch verstanden?

Christian: Schön, dass du mich auf dieses Klischee ansprichst. Vor meinem Studium bin ich auch davon ausgegangen,dass Studenten den ganzen Tag nur rumgammeln und ab und zu ein paar Prüfungen schreiben müssen. Leider entspricht dies nicht ganz der Wirklichkeit. Natürlich gibt es auch Tage an denen wir ein leichtes Leben führen dürfen, aber die meiste Zeit waren wir dann doch mit irgendwelchen Projektarbeiten beschäftigt oder mussten uns auf umfangreiche Prüfungen vorbereiten.

rebelgamer.de: Gib uns doch zum Einstieg einen kleinen Einblick in euer Leben. Wie alt seid ihr? Was treibt ihr so, wenn ihr nicht gerade mit Algorithmen und Datenstrukturen beschäftigt seid? Was hast du vor dem Studium gemacht?

Christian: Unser Team ist zwischen 21 und 29 Jahre alt. Die meisten von uns waren vorher schon berufstätig und haben anschließend über die BOS das Abitur nachgeholt. Privat beschäftigen wir uns auch mit ganz alltäglichen Dingen. Ich persönlich spiele Fußball, bin bei der Freiwilligen Feuerwehr und unternehme viel mit meinen Freunden. Zocken gehört natürlich auch zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

rebelgamer.de: Wieso studierst du gerade Wirtschaftsinformatik? Was gefällt dir an diesem Studiengang? Böse Zungen behaupten ja, dass man die meiste Zeit herumhockt und sich überlegt, wie man die Produktivität von etwas steigert. Stimmt das?

Christian: Wirtschaftsinformatik ist ein sehr breitgefächerter Studiengang, da er sich mit dem wirtschaftlichen Aspekt der IT besonders stark auseinandersetzt. Vor allem das breite Wissen aus Informatik und Betriebswirtschaft macht das Fach so interessant. Nach dem Studium ist man in der der Lage beide Bereiche mit individuell angepassten Lösungen zu unterstützen. Jetzt wo wir am Ende unseres Studiums sind, können wir mit voller Überzeugung sagen, dass es definitiv die richtige Entscheidung war. Um auf deine Frage zurück zu kommen…wir zerbrechen uns natürlich nicht nur den ganzen Tag den Kopf darüber, wie man die Produktivität steigert.

rebelgamer.de: Wie seid ihr dazu gekommen ein Spiel zu programmieren? Ist das Teil des Studiums, oder ein privates Projekt?

Christian: Wie man ein Spiel entwickelt, hat uns natürlich schon immer interessiert, weil wir ja alle auch privat gerne mal eine Runde „daddeln“, wie unser Prof. so schön sagt. Da an der Hochschule Ansbach jetzt das Wahlfach „Spieleentwicklung“ als Selbststudium für die Studiengänge Wirtschaftsinformatiker und Multimedia und Kommunikation angeboten wird, haben wir dieses Angebot natürlich sofort wahrgenommen.

rebelgamer.de: Erzähl uns doch etwas über Brickout. Wie funktioniert das Spiel und was unterscheidet es von der Konkurrenz?

Christian: Das Spielprinzip ist relativ simpel und aus den 70ern bereits bekannt. Man versucht mit Hilfe eines Schlägers bzw. Paddels den Spielball gegen die angeordneten Steine zu lenken, um diese zu zerstören. Die Steine geben Punkte und beinhalten je nach Farbe verschiedene Power-Ups. Was uns von der Konkurrenz unterscheidet ist, dass unser Spiel optisch natürlich sehr schön geworden ist und wir sehr viel Liebe ins Detail gesteckt haben. Es gibt neben den 28 Levels sogar einen eigenen Leveleditor. Die HD-Version unseres Games hast du ja selbst schon auf den 42 Zoll TV begutachten können.


rebelgamer.de: Habt ihr euch von anderen Spielen dieses Genres inspirieren lassen und wenn ja, von welchen?

Christian: Wir haben uns von dem Spiel Breakout sehr stark inspirieren lassen, dass zunächst 1976 von Atari als Arcade-Spiel produziert wurde. Da wir in unserer Jugend mit solchen Games aufgewachsen sind und sich das Spielprinzip relativ einfach umsetzen lässt, haben wir uns letztendlich für einen Remake entschieden „Brickout“.

rebelgamer.de: Wie viele Leute waren denn an der Entwicklung beteiligt und fĂĽr welche Plattformen habt ihr Brickout programmiert?

Christian: Unser Team besteht aus 6 Leuten (5 Programmierer und 1 Grafiker). Programmiert wurde das Game mit Hilfe des Microsoft-Frameworks „XNA Game Studio“, dass sowohl die PC als auch die XBox Plattform unterstützt. Fertiggestellt wurde Brickout leider nur für den PC, da unser XBox-Programmierer kurzfristig ausgefallen ist.

rebelgamer.de:

Erklär uns doch, wie ihr bei der Entwicklung vorgegangen seid. Was waren die größten Hürden und wie lange habt ihr gebraucht, bis das Spiel fertiggestellt war?

Christian: Zunächst haben wir uns in die Programmiersprache C# sowie den „XNA Game Studio“ eingearbeitet. Dazu gibt es sehr gute Literatur im Internet. Im nächsten Schritt wurden dann erste Versuche unternommen, bewegte Bilder darzustellen. Nachdem wir die Grundfunktionen verstanden hatten, machten wir uns ein Konzept über unser weiteres Vorgehen.

Im Detail: Anforderungen wurden in einem Lastenheft festgehalten, Meilensteine und Tasks im Projektplan definiert und die Architektur in UML-Form ausgearbeitet. Nun konnten wir mit dem eigentlichen Projekt beginnen. Während sich unser Grafiker mit dem Design beschäftigte, teilten sich die Coder verschiedene Aufgabengebiete wie Engine, Menü, Collision, Sound, Leveleditor etc. Diese Teilbereiche wurden nach Fertigstellung nach und nach zusammengefügt.

Herausforderungen gab es viele. Erwähnenswert ist hier besonders unsere Collision, welche die Berührungen der Grafiken steuert z. B. Kugel – Stein. Hier hatten wir unter anderem das Problem, dass die Kugel im Stein stecken blieb oder falsch abprallte. Natürlich war auch die Kommunikation im Projektteam sehr wichtig. Man muss sehr viel reden, um Fehler zu vermeiden.
Fertiggestellt wurde die PC-Version in ca. 5 Monaten. Wie viele Stunden es waren, lässt sich sehr schwer einschätzen.
Ich kann dazu nur eines sagen….“sehr sehr viel Kaffee und lang lange Nächte“. Jede freie Minute wurde ins Projekt investiert.

rebelgamer.de: Jetzt kommt die Frage aller Fragen. Was zockst ihr privat fĂĽr Games und wie oft? SchlieĂźlich kann man doch kein Videospiel entwickeln ohne selbst zu spielen, oder etwa doch?

Christian: Also wir spielen alle privat. Mache viel und mache noch viel mehr :-)! Ich persönlich Spiele meist am Wochenende ein paar Runden, da es unter der Woche zeitlich nicht möglich ist. Was wir privat so aktuell spielen und was unsere Lieblingsspiele sind…mhh. Also ich denke mal die die Battlefield-Serie hat uns alle sehr geprägt, aber auch andere Sachen wie z. B. Command and Conquer. Im Moment spielen wir natĂĽrlich Sachen wie Battlefield Bad Company 2, Yakuza 3 etc. Die Geschmäcker im Team sind da unterschiedlich.


rebelgamer.de: Hast du vor beruflich in dieser Branche Fuß zu fassen? Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Christian: Generell können wir uns alle vorstellen einmal in dieser Branche tätig zu sein, da uns dieses Projekt sehr viel Spaß und Erfahrung gebracht hat. Leider ist im Moment noch die Entwicklungsbranche für Spiele in Deutschland sehr klein und schlecht bezahlt. Wer mit Games richtig Geld verdienen will, muss ins Ausland. Wir werden uns jetzt erst mal auf unsere Abschlussarbeit konzentrieren und was dann kommt steht noch in den Sternen. Aber wir wollen auf jeden Fall nochmal ein privates Projekt starten. Ich habe auch schon überlegt, eine Art Plattform für Nachwuchs-Spielentwickler zu gründen. Hier könnten dann Leute mit Interesse ein gemeinsames Game entwickeln.

rebelgamer.de: Willst du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Christian: Lasst euch nicht von den Großkonzernen verarschen. Es steht einfach in keinem Verhältnis mehr, dass Games für 40 bis 50 Euro verkauft werden mit einer Spielzeit von 6 Stunden. Unterstützt den Nachwuchs!

rebelgamer.de: Ich wĂĽnschen dir und deinen Kollegen auch weiterhin viel Erfolg und bedanken mich dafĂĽr, dass du uns interessante Einblicke in dein Leben und die Entwicklung von Brickout gegeben hast.

Und zum Abschluss gibt es jetzt noch ein Video zum Spiel Brickout.

Unter folgendem Link könnt ihr Brickout kostenlos downloaden: Mind Blowing Bastard Games

Christian Adelhardt 5.00/5 (100.00%) 1
Flo

Mein Name ist Florian Aich, ich bin 28 Jahre alt und ich habe RebelGamer.de ins Leben gerufen. Ich zocke am liebsten Action-Adventures und Survival Games, bin aber im Grunde fĂĽr alles offen.
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