State of Decay im Test – Kann die PC-Version überzeugen?

State of Decay Logo

Zombies haben aktuell eine Hochkonjunktur und können sich im Fernsehen und in Videospielen größter Beliebtheit erfreuen. Durch die Serie The Walking Dead haben es die Untoten aus dem B-Movie Gewerbe in den Mainstream geschafft. Im Videospiel-Sektor kam der große Durchbruch mit dem Online-Survival Spiel DayZ und weitere Spiele folgten schnell. The War Z, How to Survive, Dying Light, Left 4 Dead und viele mehr, setzen ebenso auf das Zombie-Setting. State of Decay gehört auch in diese Kategorie und wurde von World of Warcrafts Chef-Programmierer Jeff Strain entwickelt. Strain hat 2009 ein kleines Studio mit dem Namen Undead Labs gegründet und die Arbeiten an dem Zombie-Survival-Spiel für Xbox Live Arcade begonnen. Auf der Xbox 360 legte das Spiel einen rekordverdächtigen Start hin und verkaufte sich in den ersten 48 Stunden 250.000 Mal. Die Verkaufszahlen stiegen in der ersten Woche nach der Veröffentlichung auf über 500.000 Exemplare an. State of Decay ist inzwischen das sich am schnellsten verkaufte Xbox Live Arcade-Spiel aller Zeiten. Im September erschien das Spiel via Early Access auf Steam und unterstützte anfangs nur den Xbox 360-Controller als Eingabegerät. Die finale PC-Version mit Maus- und Tastatur-Unterstützung ist ab dem 5. November auf Steam erhältlich und wir verraten euch, ob sich die Anschaffung lohnt.

State Of Decay 5

State of Decay versetzt euch ohne großes Intro und Tamtam direkt ins Spiel. Wir steuern Marcus Campbell und sind mit unserem Kumpel Ed Jones unterwegs, mit dem wir einen Wandertrip durch die Berge gemacht haben. An einem Anglerplatz werden wir von Untoten angegriffen und müssen uns mit einem Stück Holz gegen die Angreifer zur Wehr setzen. Ab hier beginnt sozusagen das Tutorial, das uns nach und nach die Funktionen und Steuerung des Spiels näher bringt. Nachdem wir die ersten beiden Zombies erledigt haben, empfiehlt uns das Spiel, die nächste größere Gruppe von Zombies schleichend zu umgehen. Gesagt getan! Wir schleichen uns zu einem nahe gelegenen Unterschlupf, wo wir auf die ersten Überlebenden treffen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist uns immer noch nicht klar, wie der Virus ausbrechen konnte, was die Regierung und das Militär dagegen macht und ob die ganze Welt davon betroffen ist. Die Gruppe ist leider misstrauisch, nicht zuletzt weil unser Freund Ed von einem Zombie gebissen wurde und medizinische Hilfe braucht. Da die Gruppe kaum Vorräten hat, ergibt sich schon die erste Mission. Auf einem Aussichtspunkt erspähen wir wichtige Gebäude und Gefahren in der Umgebung, wie z.B. Tankstelle, Tierklinik, Waffenladen oder große Zombie-Horden. Hier bemerkt man erstmals, die große Freiheit, die einem State of Decay lässt.

State Of Decay 6

Einen wichtigen Teil des Spiels bildet die Basis. Die Basis bietet den Überlebenden Zuflucht und hier gibt es auch Vorräte, Nahrung, Medizin, Munition, Baumaterialen und mehr. Dank unserem Tagebuch haben wir Zugang zu allen wichtigen Informationen. Die Überlebenden verbrauchen alle 24 Stunden eine gewisse Anzahl an Vorräten und diese müssen natürlich besorgt werden. Um Vorräte zu beschaffen, kann man etwa Wohnhäuser außerhalb der Basis auf gut Glück durchsuchen oder einen Waffenladen für Munition aufsuchen. Munition ist im Spiel nicht in großen Mengen vorhanden und sollte sparsam eingesetzt werden.

Begibt man sich raus aus dem Unterschlupf, gibt es viele Möglichkeiten, an sein Ziel zu gelangen. So kann man sich durchschleichen und jeden Zombie – soweit möglich – mit einem Schleichangriff töten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit dem Auto vorzufahren, durchs Fenster zu springen und jeden Zombie mit Schusswaffen töten. Selbstverständlich sorgt die zweite Variante für viel mehr Lärm und somit besteht die Gefahr, dass euch noch mehr blutrünstige Zombies an den Kragen wollen.

State Of Decay 1

Sind wir in einem Gebäude, gibt es verschiedene leuchtende Objekte, die wir untersuchen können. Auch hier gibt eine leisere Variante zum Durchsuchen, die etwas länger dauert. Man kann diesen Vorgang auch beschleunigen, macht dabei aber um einiges mehr Krach und somit können Untote im oder ums Haus angelockt werden. Auf der Minimap ist beim lauten Durchsuchen ein Kreis sichtbar, in dem Zombies durch den Lärm aufgeschreckt werden.

Haben wir Vorräte gefunden, können wir unseren Rucksack füllen oder einen kompletten Material-Rucksack schnappen und uns auf den Heimweg begeben. Falls wir andere Pläne oder zu wenig Platz in unserem Gepäck haben, können wir einen Plünderer von unserer Basis anfordern, der die Vorräte abholt und zurück bringt. Wenn wir die Sachen selber zu unserem Unterschlupf bringen, können wir dort entscheiden, ob wir die Materialien selber behalten oder für die Basis einsetzen. Man kann in der Basis auch einen Überlebenden rekrutieren, damit uns dieser beim Streifzug außerhalb der Basis unterstützt.

State Of Decay 3

Interessant ist, dass man in State of Decay nicht nur Marcus spielt, sondern auch zu anderen Charakteren wechseln kann. Da euer momentan gespielte Charakter mit der Zeit müde und erschöpft wird, kann er nicht mehr die benötigte Leistung bringen. Deshalb sollte man ihn in seiner Basis ausruhen lassen und in der Zwischenzeit mit einem ausgeruhten Charakter weiterspielen. Stirbt euer Charakter im Spiel, ist dieser tot und ihr könnt mit ihm nicht mehr spielen. Man kann aber als anderer Charakter zumindest seine Leiche plündern und die Vorräte zurückholen. Die investierten Fähigkeitspunkte sind aber futsch. Man kann übrigens nur Personen spielen, deren Vertrauen man gewonnen hat. Vertrauen erlangt man dadurch, dass man der Person hilft. Jeder Charakter hat seine eigenen Fähigkeiten, die sich mit der Zeit weiterentwickeln. Es gibt also kein Skill-System, sondern man muss die zu verbessernde Fähigkeit einfach nutzen. Die Fähigkeit Kampf steigt also mit jedem Zombie, den wir angreifen. Diese Fähigkeiten müssen mit jedem Charakter neu aufgebaut werden.

Übrigens: State of Decay ist ein reines Einzelspieler-Spiel. Ihr könnt also weder online noch offline mit Freunden spielen. Es gibt auch vom Entwickler keine Pläne für die eine Integrierung eines Mehrspieler-Modus.

Im Laufe des Spiels wächst eure Gruppe und es entstehen Probleme. So habt ihr anfangs nicht genügend Schlafplätze, dann muss man über das Tagebuch neue Schlafräume bauen lassen. Es ist auch möglich, Lazarette und Werkstätten zu bauen, die man in mehreren Stufen aufrüsten kann. Für den Bau werden Rohstoffe benötigt, die man auch auf Plünder-Touren entdeckt. Der Aufbau der Basis ist vor allem für den späteren Spielverlauf sehr entscheidend.

State Of Decay 4

Die Story ist nicht wirklich berauschend und kann in knapp 20 Stunden beendet werden. In den Story-Missionen lernt ihr interessante Charaktere kennen und erfahrt, warum das Militär nicht wirklich der Bevölkerung helfen will. Natürlich gibt es auch Nebenmissionen, die über Funksprüche vermittelt werden. In diesen Missionen muss man z.B. Überlebende in der Nachbarschaft helfen oder eine entflohene Person aus unserer Basis wieder suchen. Leider wiederholen sich diese Missionen viel zu schnell und man verliert schnell die Motivation den Menschen in Not zu helfen, auch wenn wir durch die Rettung einen Verbündeten mehr an unserer Seite gehabt hätten.

Wie bereits erwähnt, hat State of Decay seinen Ursprung auf der Xbox 360 und somit darf man keine Next-Gen Grafik erwarten. Die Texturen sind auch am PC trotz hoher Auflösung stark verwaschen und die Animationen sehr stumpf. Die Charaktermodelle und Gegenstände wie Autos wirken lieblos. Auch die Soundkulisse ist nichts Besonderes und die englische Vertonung erfüllt so ihren Zweck.

httpv://youtu.be/A8hNQXz3WJ4

Unser Fazit:
State of Decay ist ein enorm unterhaltsames und komplexes Zombie Survival Spiel, mit einer offenen Spielwelt. Man muss sich um seine Basis und Überlebenden kümmern, vor Zombie-Angriffen schützen, selber vor Übermüdung bewahren, Vorräte besorgen und vieles mehr. Hier handelt es sich nicht um ein stupides Zombie Hack & Slay, sondern um eine Art Simulation, die den Verlauf einer Zombiepidemie darstellt. Die altbackene Technik und ein fehlender Multiplayer-Modus trüben den Gesamteindruck. Ebenso wären eine bessere Story und eine größere emotionale Bindung zu den Charakteren wünschenswert gewesen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Wer das Zombie-Setting mag und gerne ums Überleben kämpft, wird mit State of Decay viel Spaß haben!

Unsere Wertung:
RebelGamer-State-of-Decay-Wertung

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