DuckDuckGo und Co.: So entkommen wir den Datenkraken

DuckDuckGo

Seit mehr als einem Jahr nutze ich nun schon DuckDuckGo, dabei handelt es sich um eine Suchmaschine, die meine PrivatsphĂ€re als Nutzer respektiert. Anders als Google und Co. sammelt DuckDuckGo keine Benutzerinformationen durch meine Suchergebnisse und erstellt somit nicht im Hintergrund ein Profil von mir, das fĂŒr personalisierte Werbung und Suchergebnisse genutzt wird.

Google Ă€nderte Ende 2012 seine Datenschutzrichtlinien, die es dem Datenriesen ermöglicht, ein vollstĂ€ndiges Benutzerprofil basierend auf den Google-Diensten zu erstellen. Konkret sieht das folgendermaßen aus: WĂ€hrend man in seinem Google-Konto eingeloggt ist, sammelt Google im Hintergrund Daten von YouTube, Google Mail, der Google-Suche, eurem Android-Handy, Chrome Browser und all den anderen Diensten des Unternehmens und erstellt im Hintergrund ein Gesamtprofil meiner Person. Warum soll mich das als Nutzer nun stören? Diese Frage bekomme ich oft zu hören, schließlich hat man als anstĂ€ndiger BĂŒrger ja nichts zu verheimlichen. Das mag wohl stimmen, aber es spricht trotzdem vieles gegen die Erstellung eines Benutzerprofils.

Bei den meisten Suchmaschinen wird beim Aufruf einer Seite die IP, euer User Agent und euer Suchbegriff ĂŒbermittelt. Damit weiß die aufgerufene Seite schon einiges ĂŒber euch. Wenn ihr also nach etwas Privatem sucht, wissen das zu diesem Zeitpunkt bereits die Suchmaschine und die aufgerufene Website: Soll das wirklich jeder wissen? Außerdem wird bei den großen und bekannten Suchmaschinen der Verlauf eurer Suchbegriffe gespeichert. Diese Information beinhaltet den Suchbegriff, einen Zeitstempel, die IP-Adresse, den User Agenten, eine eindeutige ID aus euren Browser Cookies und eure Account-Informationen (z.B. Name und E-Mail-Adresse), falls ihr eingeloggt seid. Damit können Suchanfragen euch direkt zugeordnet werden. Dies kann in zwei Situationen zum Problem werden: 1.) Die Daten gelangen versehentlich oder durch einen Hack an Öffentlichkeit und jeder kann eure Suchanfragen einsehen, oder 2.) die Daten werden zur Strafverfolgung gegen euch verwendet. DuckDuckGo gibt genau diese Daten nicht weiter, wie das im Detail funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. Außerdem bietet die Suchmaschine weitere nĂŒtzliche Funktionen wie beispielsweise Bang, mit dem man durch KĂŒrzel hinter dem Suchbegriff schnell zu bestimmten Seiten kommt. So fĂŒhrt beispielsweise „PlayStation !wde“ direkt zum Wikipedia-Eintrag von PlayStation. Eine Liste mit allen Bangs könnt ihr hier ansehen, das Titelbild zeigt einige der wichtigsten Befehle und stammt von barfoos.

Meiner Meinung nach sollten wir alle unsere Daten im Internet besser schĂŒtzen, egal ob wir etwas zu verbergen haben, oder nicht. Ich persönlich gebe im Internet so wenig wie möglich von mir preis und welchen Vorteil habe ich auch davon? Ich wĂŒsste keinen! Ein Professor an der Uni sagte einmal schlaue Worte: “Die Leute posten in Facebook Bilder von sich halbnackt am Strand, aber ziehen abends die VorhĂ€nge im Haus zu, damit niemand rein sehen kann”. Kurz gesagt: Im Internet gehen wir sorglos mit unserer PrivatsphĂ€re um, wĂ€hrend wir im echten Leben, sehr sensibel auf dieses Thema reagieren. Die Facebook-Timeline ist ein gutes Beispiel dafĂŒr, wie ich das komplette Leben einer Person von der Geburt bis zum heutigen Tage verfolgen kann. Jedes Foto, jeder Standort, jeder Geburtstag und alle weiteren Informationen kann ich der Chronik entnehmen, wenn diejenige Person es mit mir teilt – was in den meisten FĂ€llen zutrifft.

Mein persönlicher Tipp an dieser Stelle: Gebt nicht einem Konzern alle Daten, sondern verteilt diese. Ich habe beispielsweise meine E-Mails bei GMX, meine Handy-Daten bei Google, Firefox als Webbrowser, Suchbegriffe bei DuckDuckGo, meinen Kalender und Kontake ĂŒber meine eigene Cloud auf der heimischen NAS (Network Attached Storage) und nutze Linux, so weit wie möglich. Manchmal muss ich auf Windows ausweichen, wenn ich bestimmte Spiele zocken will, aber Microsoft bekommt ja sonst auch keine Daten von mir. Damit vermeide ich, dass etwa Google ein komplettes Benutzerprofil von mir erstellen kann.

Es gibt natĂŒrlich noch viel mehr Möglichkeiten seine PrivatsphĂ€re im Internet zu sichern, ich wollte mit diesem Artikel nur einen kleinen Einblick geben und euch auf die Gefahren hinweisen.

  • Ich möchte mal erlĂ€utern, warum Duck nicht sicher ist.

    1. Duck ist ein US Dienst, wird in den USA gehostet und unterliegt damit dem Patriot Act und damit dem FISA Act. Will eine US Behörde auf deren Server zugreifen, kann Weinstein dies niemandem Mitteilen, bei Strafandrohung von 25 Jahren.
    2. Duck lĂ€uft innerhalb des AMAZON Servernetzwerkes. Dazu muss man wohl nichts hinzufĂŒgen.
    3. Duck arbeitet ja seit neuestem mit Apple zusammen und was dabei herauskommt, finden Sie hier: https://github.com/fix-macosx/yosemite-phone-home

    Abgesehen davon sind die Suchergebnisse schlechter als bei Mitbewerbern. Die tatsÀchlich beste Suchmaschine in diesem Bereich ist meiner Meinung nach StartPage.com. Mal selber testen. Die sind sicher.