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Assassin’s Creed Unity im Test: Das bisher beste Assassin’s Creed?

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Lange mussten wir auf das erste richtige “Next-Gen”-Assassins-Creed warten, aber nun steht Assassin’s Creed Unity endlich für PC, PlayStation 4 und Xbox One in den Händlerregalen – natürlich in zahlreichen Varianten, die wir hier für euch zusammengefasst haben. Wir haben die PS4-Version von Unity getestet und eines können wir euch schon jetzt verraten: Assassin’s Creed Unity wird euch an vielen Stellen überraschen!

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Zu Beginn sei gesagt, dass Ubisoft den Spielern aus erzählerischer Sicht einen Neuanfang bieten möchte. Das hat den Vorteil, dass sich Serienneulinge mit Unity schnell in der Assassin’s-Creed-Welt zurechtfinden werden. Abgesehen davon schafft sich Ubisoft mit diesem Neuanfang genügend Freiraum, um neue Ideen zu verwirklichen.

Assassin’s Creed Unity spielt im Paris des 18. Jahrhunderts zur Zeit der französischen Revolution. Wir übernehmen die Rolle von Arno Dorian, der in seiner Jugend seinen Vater – der den Assassinen angehörte – unter mysteriösen Umständen verlor. Arno wurde darauf von Mitgliedern des Templerordens adoptiert. Als dann auch sein Stiefvater ums Leben kommt, wird Arno dafür verantwortlich gemacht. Eins führt zum anderen und Arno landet bei der Bruderschaft der Assassinen. Nun liegt es an uns, den wahren Mörder zu finden – und das alles passiert, während sich die französischen Revolution mit großen Schritten anbahnt.

Die Straßen sind voller Menschen, sie sind aufgebracht. Die Stimmung ist geladen und man hat das Gefühl, dass nur eine falsche Bemerkung ausreichen würde, damit die Hölle losbricht. Insgesamt wirkt das virtuelle Paris absolut authentisch und an jeder Ecke ist etwas los. Hier unterhalten sich Leute, dort wird sich geprügelt und in einer finsteren Ecke wird gerade jemand ermordet. Es lohnt sich also, die Spielwelt zu erkunden und einfach mal durch die Straßen zu schlendern.

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Besonders beeindruckend sind auch die Bauten im Spiel, wie beispielsweise die Kathedrale Notre-Dame, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Die charakteristische Silhouette ist schon aus der Ferne zu erkennen und die beiden Türme (in der Realität 69 Meter und 96 Meter hoch) sehen sehr imposant aus. Insgesamt wirkt einfach alles etwas größer, als wir es von bisherigen Titeln der Serie gewohnt sind – das macht die serientypischen und doch so wichtigen Klettereinlagen erst wirklich interessant!

Apropos Klettereinlagen: Man möchte es fast nicht glauben, aber Ubisoft hat es erneut geschafft, die Animationen – gerade im Vergleich zu den Vorgängern – zu verbessern. Die Animationen sind wirklich butterweich und egal ob wir nun von Haus zu Haus hechten oder eine Fassade erklimmen, Arno bewegt sich absolut realistisch.

Übrigens dürfen wir in Assassin’s Creed Unity nicht nur das virtuelle Paris erkunden. Anomalien innerhalb des Animus ermöglichen es uns, durch die Zeit zu reisen. Das hört sich abgefahren an und sieht auch ziemlich spektakulär aus. Mehr wollen wir an dieser Stelle aber nicht über dieses ungewohnte Feature verraten.

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Die Charaktere in Unity wissen ebenfalls zu überzeugen – allen voran Arno. Wie ihr schon zu Beginn dieses Tests erfahren habt, hat Arno eine sehr bewegte Lebensgeschichte und generell kann man sagen, dass Arno der bisher tiefgründigste Protagonist der Serie ist. Er wirkt im Vergleich zu Ezio oder Connor sehr viel überlegter und tiefgründiger, was dem Helden auch wirklich gut zu Gesicht steht. Und auch Élise de la Serre, Arnos Geliebte, Adoptivschwester und Templerin, passt wirklich sehr gut in die Geschichte. Sie wirkt stark und furchtlos und alleine die Tatsache, dass sie den Templern angehört und Arno den Assassinen, macht die Beziehung der beiden zu etwas ganz Besonderem.

Abgesehen davon trifft man auch wieder auf geschichtsträchtige Charaktere wie Napoleon Bonaparte und den Marquis de Sade, die allesamt sehr gut ausgearbeitet wurden. Hier kommen also auch Geschichtsfans und Hobby-Historiker auf ihre Kosten.

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Die überarbeitete Steuerung gefällt uns auch sehr gut. Vor allem das Schleichen wurde deutlich verbessert. Durch das neue Deckungssystem kann man sich nun endlich hinter Mauern verstecken. Die Kämpfe gehen auch super von der Hand sind aber nun deutlich komplexer, als in den Vorgängern. Das Timing ist wichtiger denn je: Wenn ein Gegner beispielsweise einen schweren Schlag ausführen wird, dann wird uns das angezeigt und wir müssen schnell mit dem richtigen Konter reagieren. Die Kämpfe entfalten jedoch erst mit zunehmender Spieldauer ihr vollständiges Potential, da man viele Fähigkeiten erst freischalten muss: Fähigkeiten wie Angriffe aus der Luft oder ein Doppelattentat. Das wird einige Fans der Serie wahrscheinlich stören, ich finde diesen Schritt jedoch nachvollziehbar, da man dadurch auch spielerisch einen Fortschritt vermittelt bekommt.

Übrigens kann man nun auch über 100 Waffen und Kleidungsstücke freischalten. Es ist sogar möglich, einzelne Waffen mit sogenannten “Kredo”-Punkten zu verbessern. Diese Punkte erhält man für erfolgreich ausgeführte Attentate. Auf diese Weise kann man seinen Helden nach den eigenen Vorstellungen anpassen. Das haben sich Fans der Serie schon lange gewünscht!

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Was das Gameplay an sich betrifft: Hier lässt uns Ubisoft viele Freiräume. Es lohnt sich die großen Missionsareale genau unter die Lupe zu nehmen und Fluchtrouten zu planen. Man sollte sich auch unbedingt die sogenannten Gelegenheiten zu Nutze machen, die uns im Spiel angezeigt werden. So können wir beispielsweise Gefangene befreien, um so Wachen abzulenken. Im Grunde hat sich Ubisoft bei den Missionen wieder stark am ersten Teil orientiert und die Missionen ziemlich kurzweilig gestaltet.

Aber auch die Nebenmissionen sind äußerst gelungen. Diese erzählen oft eine eigene, in sich geschlossene, Geschichten, die sehr spannend erzählt werden. In einer Mission müssen wir etwa für Madame Tussaud Schädel besorgen, damit sie daraus Totenmasken herstellen kann. In einer anderen Mission müssen wir wiederum Zeugen befragen, um einen Mord aufzuklären. Ihr seht, es ist also auch abseits der Hauptgeschichte einiges geboten.

Dann hätten wir da noch die Koop-Missionen, die ihr mit bis zu drei weiteren Mitspielern erledigen könnt. Diese erfordern gutes Teamwork und bieten eine gehörige Portion Abwechslung zur Einzelspieler-Kampagne. Die Assassinen müssen sich hier gut absprechen und ihre Fähigkeiten aufeinander abstimmen. Jeder Spieler kann aus verschiedenen Koop-Fähigkeiten wählen. So ermöglicht es beispielsweise der “Gemeinschaftssinn” das Adlerauge zu teilen und mit “Verkleiden” kann man die Teammitglieder als gewöhnliche Einwohner von Paris tarnen. Ein kleiner Tipp: Am meisten Spaß machen die Koop-Missionen mit Mitspielern, mit denen ihr häufiger zockt und die sich auch etwas Zeit für eine Mission nehmen.

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Aber es gibt auch ein paar Ktitikpunkte: So bleibt man auf der Flucht öfters mal an Gegenständen hängen (wann wird das Ubisoft endlich in den Griff bekommen?) und ab und an verliert man in engen Gängen und Räumen durch eine deplatzierte Kamera die Übersicht. Dazu kommt eine Kaufoptionen, die es ermöglicht, mit Echtgeld Fähigkeiten zu aktivieren, die man normal erst später im Spiel freischalten kann. Auf Mikrotransaktionen in Assassin’s Creed können wir sehr gerne verzichten.

Verzichten möchten wir jedoch nicht auf die wirklich tolle Grafik von in Assassin’s Creed Unity – besonders nachdem die ersten Patches Framerate und Pop-Up-Probleme gelöst haben. Die Charaktere sehen super aus, die Texturen sind knackscharf und das Auge wird mit einer tollen Weitsicht und unglaublich vielen Details bei Laune gehalten. So schön hat Assassin’s Creed tatsächlich noch nie ausgesehen. Aber da es sich hier um ein Spiel handelt, das exklusiv für PS4, Xbox One und PC entwickelt wurde, haben wir auch nichts anderes erwartet.

Unser Fazit:
Ubisoft hat die Wünsche der Fans erhört und mit Assassin’s Creed Unity den bisher besten Teil der Serie abgeliefert. Die Grafik ist wirklich atemberaubend, die Story ist toll inszeniert und der Koop-Modus sorgt für Abwechslung. Abgesehen davon macht es richtig Laune, seinen Charakter mit den zahlreichen Items zu individualisieren. Wer auf Action-Games steht, der sollte sich Assassin’s Creed Unity auf keinen Fall entgehen lassen, aber auch alle anderen sollten einen Blick riskieren, denn was Ubisoft hier abliefert, ist allererste Sahne!

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