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The Binding of Isaac: Rebirth im Test – Isaac and his Mother lived alone…

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The Binding of Isaac ist 2011 wie eine Bombe in die Indie-Szene eingeschlagen. In einer Zeit, in der Genre-Größen wie FEZ und Braid von kleinsten Teams entwickelt werden, erschufen auch Edmund McMillen und Florian Himsl in Eigenregie den anspruchsvollen Dungeoncrawler. Bereits im April 2013 schaffte es The Binding of Isaac auf sage und schreibe 2.000.000 verkaufte Einheiten. Entwickler Nicalis – bekannt durch Cave Story – bastelte ein Remake, das ihr euch seit dem 5. November kaufen oder kostenlos durch euer Playstation Plus-Abo herunterladen könnt: The Binding of Isaac: Rebirth.

Wenn man mich fragt, was Spiele wie FEZ, Braid, Bastion oder eben The Binding of Isaac ausmacht, dann nenne ich besonders einen Aspekt: Die Atmosphäre. The Binding of Isaac ist ein knallharter Dungeoncrawler und dreht sich um Isaac und seine christliche “Mom”. Als seine streng gläubige Mutter eines Tages den göttlichen Auftrag erhält, ihren Sünder von Sohn zu töten, flieht Isaac in den Keller – und findet dort Verstörung, den Tod und vielleicht sogar Erlösung.

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Letztlich steckt hinter The Binding of Isaac nicht nur eine interessante Prämisse, sondern auch ein markantes Gameplay. Ganz im Stile eines Dungeoncrawlers entern wir am Anfang jeder Runde einen zufällig generierten Dungeon. Hier wollen nun Raum für Raum Items gefunden und Gegner getötet werden. Um das zu erleichtern, kann Isaac auf dem Weg diverse Verbesserungen finden, die beispielsweise seine Gesundheit erhöhen oder seine Angriffe stärker machen. Passend: Isaac schießt mit seinen Tränen auf Gegner und läuft komplett nackt durch die insgesamt fünf Dungeons.

Die Auswahl der Gegner könnte grotesker nicht sein. Neben vergleichsweise harmlose Gegner wie Fliegen und Spinnen gesellen sich beinahe bizarre Gegnertypen wie Embryonen, kopflos umherirrende Kindskörper und kriechende Gehirne. Dazu kommt noch mindestens ein Boss pro Dungeon, der vor dem Betreten des nächsten Levels besiegt werden möchte – dieser kann sich zum Beispiel als siamesische Zwillinge oder sogar als Reiter der Apokalypse zeigen.

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Während jedes Dungeons fährt auch The Binding of Isaac: Rebirth die Schwierigkeit seines Vorbilds auf. Keine regenerative Energie, Ressourcen wie Münzen und Schlüssel und das Prinzip des Perma-Death (Stirbt Isaac, ist der Durchlauf vorbei) erschaffen vollkommen gewollt das Feeling von damaligen Prinzipien in Videospielen, deren Härte und Fairness viele Spieler heute schmerzlich vermissen. Vor allem in späteren Levels werden Anhänger dieser traditionellen Spielmechaniken kaum enttäuscht – je tiefer Isaac vordringt, umso bockschwerer wird es.

Dieses gewohnte Spielgefühl früherer Tage kann The Binding of Isaac: Rebirth auch auf anderem Wege transportieren. The Binding of Isaac: Rebirth basiert auf der Flash-Version von The Binding of Isaac und hat deswegen – anders als sein Vorbild via Steam – eine 16 Bit-Grafik spendiert bekommen. Die Meinungen bei den Spielern gehen da auseinander, das Ergebnis ist naturgemäß eine pixelige Grafik. Schade: Der visuelle Eindruck war beim Original angenehmer und Rebirth hat mit dem neuen Grafik-Stil Abstriche gemacht – die detaillierte Schönheit anderer 16 Bit-Titel wird hier nicht erreicht. Hier hätte Entwickler Nicalis ruhig beim schön gezeichneten und runden Grafikstil der ursprünglichen Steam-Version bleiben dürfen. Allerdings hat Supervisor McMillen auf den Retro-Stil bestanden, da er den Stil des Originals als unschön empfindet.

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Trotzdem verbessert The Binding of Isaac: Rebirth das Original an den genau richtigen Stellen. Als Erstes stellt Rebirth eine Art “Game of the Year”-Version dar und enthält neben dem Original auch die Inhalte des DLCs “Wrath of the Lamb”. Dieser fügte ein halbes Jahr später neben neuen Dungeons auch neue Bosse, neue Gegnertypen und dazu massig neue Items ein. Zusätzlich hat McMillen in Zusammenarbeit mit Nicalis auch diverse Fehler und Bugs des Originals in The Binding of Isaac: Rebirth behoben. Dazu kommen diverse neue Inhalte, die aufgrund der Engine aus der Flash-Version herausgenommen wurden. Insgesamt fügt Rebirth erneut 150 neue Items, 16 neue Bosse. drei neue spielbare Charaktere und zwei Dutzend neue Gegnertypen hinzu. Damit kommt The Binding of Isaac auf insgesamt über 300 verschiedene Items.

The Binding of Isaac: Rebirth bietet einem zweiten Spieler nun dank eingebautem Koop-Modus die Möglichkeit, dem lokalen Koop beizutreten. Ein Online-Multiplayer wurde aus Rücksicht auf die Entwicklungsdauer vernachlässigt und soll auch nicht nachgereicht werden. Wem das Spiel außerdem noch nicht schwer genug ist, kann zusätzlich den “Hard Mode” aktivieren. Sehr praktisch: Im Spiel kann der Spielstand gespeichert und später fortgesetzt werden – in der Flash-Version war diese Möglichkeit nicht gegeben. Dazu kommt dank technischen Verbesserungen eine wesentlich höhere Performance als noch ursprünglich vorhanden.

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Trotz der Neuerungen (oder gerade deswegen) hat The Binding of Isaac: Rebirth nichts von seinem Spielspaß verloren. Perma-Death hin oder her – das Durchlaufen der fiesen Dungeons entfaltet auch in diesem Jahr ein großes Suchtpotential. Ein Grund dafür ist die Vielzahl an unterschiedlichen Items, die The Binding of Isaac: Rebirth bietet. Die zufällige Verteilung der Items sorgt für einen Sammeldrang, immer bessere Items für die stellenweise bockschwere Abschnitte zu bekommen. Diese immer erschreckend dargestellten Verbesserungen – ob in grotesker Form von “Mamas Lippenstift” oder einer toten Katze – sorgen schließlich dafür, dass wir am Ende dem Endgegner überhaupt erst ins “Auge” blicken dürfen.

Zusätzlich bekam The Binding of Isaac: Rebirth einen komplett neuen Soundtrack spendiert. Die schon grandiose Klangkulisse des Originals wurde durch einen komplett alleine eingespielten Soundtrack von Matthias Bossi und Jon Evans ersetzt. Auch hier wird die groteske Atmosphäre, samt seines visuellen Schreckens, gut erfasst und passend untermalt.

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Fazit: Auch in diesem Jahr erschaffen Edmund McMillen und Nicalis eine überzeugende Version des 2011er Dungeoncrawlers. Der neue Grafikstil ist sicherlich Geschmackssache – die künstlerische Auslebung sei Mastermind McMillen aber absolut vergönnt. Die große Anzahl an technisch und spielerisch sinnvollen Neuerungen komplettieren den großen Umfang des Originals und sorgen dafür, dass auch Rebirth seinen frischen Wind erhält. The Binding of Isaac: Rebirth ist nicht nur etwas für hartgesottene Fans des Originals – auch Freunde von guten Indie-Spielen oder die, die das Mysterium hinter The Binding of Isaac erkunden wollen, kommen voll auf ihre Kosten!

The Binding of Isaac ist im Monat November kostenlos via Playstation Plus zu haben. Alle anderen können für 14,99€ zuschlagen.

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