Halo: The Master Chief Collection im Test – Ein spaßiger Trip durch die Sci-Fi Nostalgie

Halo The Master Chief Collection Klein

Es gab eine Zeit, da wurden Shooter auf der Konsole lediglich belächelt und kritisiert. Zwar gab es mit dem ein oder anderen Titel einen Vorreiter, wie z.B. ein James Bond-Shooter auf dem Nintendo 64, doch so richtig wollte dieses Genre auf der Konsole keiner wahr haben. Im Jahre 2001 hat sich das allerdings schlagartig geändert mit der Erscheinung des ersten Halo Ablegers, zum Start der ersten Xbox. Rund ein Jahr nach dem Release der Xbox One kehrt der allseits bekannte Chief mit dem goldenen Visier zurück und bekommt eine eigens nach ihm benannte Sammlung spendiert. Die Rede ist von Halo: The Master Chief Collection. Ob sich der Sci-Fi Nostalgie Ausflug lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Halo Master Chief Collection 1

Insgesamt hat der Master Chief bereits 13 Jahre voller Abenteuer hinter sich und bekommt nun die Gelegenheit, vergangene Schlachten in einem neuen Glanz zu begutachten. Die Master Chief Collection umfasst alle vier Abenteuer rund um den namensgebenden Held der Serie und sorgt so für ein fast perfektes Halo Komplettpaket. Fast perfekt, da die beiden Ableger Halo: ODST und Halo: Reach in der Collection fehlen, denn die beiden Teile hatten jeweils einen anderen Protagonisten. Das Fehlen dieser beiden Teile ist aber nicht weiter schlimm, denn die Halo: Master Chief Collection strotzt gerade so vor Inhalt, so dass die anstehenden langen Winterabende gerettet sind.

Wie bereits eingangs erwähnt, umfasst die Master Chief Collection die Anniversary Edition des ersten Halo Ablegers Combat Evolved, eine komplett überarbeitete Anniversary Edition von Halo 2, sowie Halo 3 und das 2012 erschienene Halo 4. Alle vier Teile haben eine Auflösung von 1080p spendiert bekommen, laufen in flüssigen 60fps und erstrahlen somit in einem vollkommen neuen Glanz. Dass die Steuerung von der ersten Minute an sitzt wie angegossen, muss an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt werden, denn die Halo Steuerung ist bis heute Vorreiter was das Spielgefühl von Shootern auf der Konsole angeht. Einziges Manko: Die Fahrzeug Steuerung ist hier und da leider ein bisschen hakelig und hätte optimiert werden können für die Collection, aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Wer dennoch nicht zufrieden sein sollte mit der Steuerung, bekommt zusätzlich die Möglichkeit zwischen mehreren Controller-Belegungs-Einstellungen zu switchen, wie z.B. einem Linkshänder Modus.

Um einem lästige CD Wechslerei oder ähnliches zu ersparen, können alle vier Ableger direkt und bequem binnen Sekunden über das gut aufgebaute Hauptmenü aufgerufen werden. Weiterer Bonus: Direkt von Beginn an stehen einem alle 45 Kampagnen Missionen frei zur Verfügung, so dass Veteranen, die gerne bestimmte Missionen im neuen Look genießen wollen, nicht erst das jeweilige Spiel bis dahin durchspielen müssen. Wer sich also in gezielten Erinnerungen schwelgen möchte, wie zum Beispiel der Bibliothek aus Halo Combat Evolved oder der Fahrt im Mammoth Panzer in Halo 4, bekommt von Beginn an die Gelegenheit dazu. Natürlich lassen sich auch in der Master Chief Collection alle vier Kampagnen im Koop spielen. (Halo 1 & 2 im Zwei Spieler Koop und Teil 3 & 4 im Vier Spieler Koop, maximal zwei Spieler über einen Splitscreen). Die Möglichkeit zwischen den Missionen springen zu können, bringt die gelungene Spielabwechslung noch besser zur Geltung. Von Dschungelkämpfen, über Wüstenwanderungen, bis hin zu Abenteuern auf der Ringwelt ist alles dabei, was das Halo Herz begehrt.

Halo Master Chief Collection 2

In Halo: Combat Evolved und Halo 2 besteht zudem die Möglichkeit via Tastendruck zwischen der alten Original Grafik und der überarbeiteten Fassung zu wechseln, um dem Nostalgie Gefühl die Kirsche auf der Sahne zu verpassen. In Halo 3 und 4 vermissen wir zwar solch ein Feature, doch zugegeben waren die Teile ohnehin grafisch bedeutend frischer, sodass uns die aufgepeppte 1080p Version dieser beiden Teile voll und ganz zufrieden stellt. Doch nicht nur das Bild wurde überarbeitet, auch der Sound und die gerenderten Sequenzen haben eine Restauration verpasst bekommen. So begegnen uns hier und da neue Musikstücke und mit Leuten wie Steve Vai, begegnet uns auch manch prominenter Name der Musikszene. Generell wirkt die Musik insgesamt bedeutend voluminöser und kraftvoller als im Original. Die überarbeiteten Render Sequenzen sorgen gelegentlich für offene Münder, weil sie einfach brillant aussehen und die Jungs von Blur dort einen mehr als ordentlichen Job abgeliefert haben.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Halo: Master Chief Collection ideal für alte Halo Veteranen, als auch Neueinsteiger der Serie ist, denn diese Edition ist vom Umfang her einfach ein dickes Brett.

Halo Master Chief Collection 3

Neben dem allgemein rundum überarbeiteten Halo Universum, merkt man der Collection aber deutlich an, dass das Augenmerk ganz klar auf der überarbeiteten Anniversary Fassung vom 2004er Ableger, Halo 2 liegt. Sämtliche Gegnermodelle, Effekte und Umgebungen wurden anlässlich des zehnten Geburtstages von Halo 2 rundum überarbeitet und sehen einfach fabelhaft aus. Auch im Multiplayer Modus liegt das Augenmerk klar bei Halo 2. Insgesamt sechs Maps aus dem zweiten Teil wurden komplett in der Xbox One Engine nachgebaut, optimiert und wirken somit wie nie da gewesen. Als besonderes Schmankerl werden durch spezielle Funde in Halo 2 zusätzliche neue Cut Scenes gezeigt, die eine Brücke zu Halo 5: Guardians schlagen und einige interessante Hintergrund Informationen liefern.

Halo Master Chief Collection 4

Mit dem Punkt Multiplayer kommen wir auch zum Herzstück der Halo: Master Chief Collection. Denn so spaßig die Kampagnen der Halo Reihe sind, der wirkliche Spaß geht im Multiplayer los und vor allem da braucht sich die Collection wahrlich nicht zu verstecken. Insgesamt über 100 Maps aus dem Halo Universum stehen im Multiplayer zur Verfügung, was in der Fangemeinde für sehr langen Spielspaß sorgen wird. Ausgezeichnete und abwechslungsreiche Karten, gepaart mit vielen Online Modi sorgen für zeitlose Schlachten. Insbesondere die dynamischen Ereignisse werden sicherlich mit Begeisterung aufgenommen, so könnt ihr auf der Karte Shrine zum Beispiel einen Wasserfall aktivieren, der Gegnern die Sicht nimmt oder auf der Karte Lockdown Eisklumpen von der Decke schießen. Im mitgelieferten Map Editor lassen sich zudem eigene dynamische Events erstellen – Seien es Bomben, die aktiviert werden, Brücken die ein,- oder ausgefahren werden oder ähnliches, der Phantasie ist dabei keine Grenze gesetzt. Ergänzend zum bereits vorhandenen Multiplayer Spaß, sollen zudem die Spartan Ops Missionen aus Halo 4 im Dezember als kostenloser DLC erscheinen und das Spektrum ergänzen. Zwar ist der gesamte Multiplayer Part an einen 15GB großen Day-One Patch gebunden, aber man kann ganz klar sagen: Mehr Multiplayer geht nicht!

Neben dem Kampagnen,- und Multiplayer Spaß bietet die Halo: Master Chief Collection zudem Zugang zur Ende des Jahres (29.12.14 – 18.01.2015) startenden Halo 5: Guardians Beta, als auch die Webserie Halo: Nightfall und alle Episoden von Forward unto Dawn. Diese Inhalte werden alle über den Halo Channel ausgewählt, eine eigens für die Xbox One entwickelte App, die quasi als Halo Kontrollzentrum dient.

Fazit:
Der Markt besitzt gefühlt mehr HD Remakes und aufbereitete Spielversionen vergangener Klassiker, als neue Ideen und IDs, doch hin und wieder gibt es Neuauflagen und HD Remakes, die sich lohnen und ihr Geld wert sind. Die Halo: The Master Chief Collection ist genau so eine der Versionen, die man sich gerne kauft, erneut durchspielt und sich anschließend ins Regal stellt. Der Umfang der vier Serien-Ableger, der Zugang zur Halo 5: Guardians Beta und der Web Serie Halo: Nightfall stellt alte Veteranen, als auch Halo Neueinsteiger gleichermaßen zufrieden. Für Leute, die eine Xbox One haben und gerne Shooter spielen, ein ganz klarer must-have Titel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss weiter das Universum retten.

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