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Not a Hero im Test: Abgefahrener 2D-Shooter mit Deckungssystem

Ein Hase will Bürgermeister werden und dazu muss die Stadt von Kriminellen gereinigt werden. Klingt verrückt und ist es auch! Indie-Publisher Devolver Digital und Entwickler roll7 haben mit Not a Hero einen 2D-Shooter im Angebot, der an die Erfolge von Indie-Perlen wie OlliOlli (stammt auch vom Entwicklerstudio roll7) oder Hotline Miami anknüpfen soll. Ob dies gelingt, erfahrt ihr unserem Test.

Wahlkampf zur Verbrechensbekämpfung

Vor und nach jeder Mission sieht man BunnyLord, einen vermenschlichten, lilanen Hase, der die Wahl zum Bürgermeister durch die Bekämpfung von Verbrechen gewinnen will. Damit ist gemeint, dass man jeden einzelnen Kriminellen töten soll, dem man über den Weg läuft. Damit der Bürgermeisterkandidat diese unangenehme Arbeit nicht selber erledigen muss, holt er sich Hilfe von insgesamt neun Auftragskillern, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Die Zwischensequenzen sind zufallsgeneriert und strotzen nur so vor Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Die Aufgabenstellung in den Missionen besteht meistens darin, dass man Gegenstände sammeln, Feinde töten und etwas in die Luft sprengen muss. Klingt simpel, aber durch das fordernde Spielprinzip und den wahnwitzigen Humor macht das Spiel wirklich Spaß!

Not A Hero - Screen 6

2D-Shooter mit Deckungssystem

Wer das blutige und schnelle Gameplay von Hotline Miami mag, der wird auch mit Not a Hero seinen Spaß haben. Was aber das Spiel von anderen 2D-Shootern unterscheidet, ist das integrierte Deckungssystem. Wer denkt, dass dies in einem 2D-Spiel fehl am Platz ist, der wird hier eines Besseren belehrt. Mit einem einzelnen Tastendruck, geht unser Charakter in Deckung und ist dort sicher vor Feindbeschuss. Wir können die Gegner natürlich auch aus der Deckung heraus Beschuss nehmen, oder mit einem Slide vorrücken und entweder den nächsten Gegner umrutschen oder wieder in Deckung gehen. Wenn wir einen Gegner umrutschen, ist dieser bewusstlos und kann mit einer brutalen Attacke am Boden ausgeschaltet werden. Auch wenn wir uns nahe an einem Feind befinden, können wir diesen mit einem einzelnen Schuss auf blutige Art und Weise eliminieren. Generell wird bei den Attacken nicht mit virtuellem Blut gespart, wie man es von Titeln wie Hotline Miami gewohnt ist. Leider liegen das in Deckung gehen und Rutschen auf der gleichen Taste, so dass es oft passiert, dass man aus Versehen eine der beiden Aktion ungewollt auslöst.

Not A Hero - Screen 7

Wir haben den Vorteil, dass wir unsere Gegner bereits von Weitem sehen können, diese uns aber erst entdecken, sobald wir uns auf gleicher Höhe befinden und das Feuer eröffnen. Durch diesen Überraschungseffekt haben wir meist einen Vorteil, aber in späteren Level trifft dann Feind-Nachschub an bestimmten Punkten ein, der uns von hinten attackiert.

Das Magazin unserer Waffe ist mit unendlich Munition bestückt, aber das Magazin ist auf eine bestimmte Anzahl von Kugeln begrenzt. So fasst die Pistole von unserem ersten spielbaren Auftragskiller Steve nur sieben Schuss und das Nachladen wird überlebenswichtig. Sobald man im Spiel nachlädt, hören das unsere Feinde und stürmen auf uns zu. Der Lebensbalken ist in Segmente aufgeteilt; bei jedem Treffer verlieren wir einen davon, diese regenieren sich aber automatisch nach einer gewissen Ruhezeit. Das genaue Timing, das in Deckung gehen, das Rutschen zwischen Deckungen und Nachladen der Waffe ist enorm wichtig und entscheidet oft über Tod und Leben.

Not A Hero - Screen 4

Fordernde Level, die man fast auswendig lernen muss

BunnyLord schickt uns in den Missionen in Gebäudekomplexe, die aus mehreren Stockwerken bestehen und die durch Treppen und Fenster erreichbar sind. Die ersten Level sind noch relativ überschaubar und können leicht absolviert werden, aber in späteren Abschnitten werden die Gegner härter und die Level unübersichtlicher. Oft genug bin ich aus einem Fenster gesprungen, weil ich dachte, auf der anderen Seite geht das Level weiter, aber mich hat nur der harte Asphalt am Boden und somit der virtuelle Tod ereilt. Wenn man im Spiel das Zeitliche segnet, muss das komplette Level neu gespielt werden und somit muss man die Level fast schon auswendig lernen, um erfolgreich ans jeweilige Ziel des Levels zu gelangen. Hier hätte ich mir Checkpoints gewünscht, damit man nicht das komplette Level neu spielen muss.

Not A Hero - Screen 5

Retro-Pixelgrafik und stimmiger Soundtrack

Not a Hero hat eine tolle Retro-Pixelgrafik, wie man es von Spielen wie OlliOlli, Titan Souls oder Hotline Miami gewohnt ist. Das Spiel besitzt zusätzlich tolle Animationen und der Elektro-Soundtrack passt perfekt zum Spielgeschehen.

Momentan ist das Spiel für PC via Steam erhältlich, eine PS4– und PS Vita-Version soll bald folgen.

httpv://youtu.be/pl3w5baycdw

Fazit:
Wer fordernde Spiele wie Dark Souls, Titan Souls oder Hotline Miami mag, wird auch mit Not a Hero eine ansprechende Herausforderung finden. In den ersten Spielstunden überzeugt das Spiel durch den abgedrehten Humor und das flotte und actionreiche Gameplay. Im späteren Spielverlauf steigt die Schwierigkeit und Level müssen oft komplett von vorne wiederholt werden, was den Spielspaß etwas drückt. Hier hätten wir uns Checkpoints gewünscht, damit wäre mein Frustlevel etwas gesunken.

Not a Hero ist kein leichter, aber ein unterhaltsamer 2D-Shooter, der vor allem durch das toll integrierte Deckungsssystem, dem skurrilen Humor und der tollen Pixelgrafik ein insgesamt gutes Gesamtpaket abliefert.

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