Wolfenstein: The Old Blood im Test – Altes Blut, gleicher Spielspaß?

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich den Ego-Shooter Wolfenstein: The New Order getestet und das Game konnte mit einer Wertung von 8.8/10 einen positiven Eindruck hinterlassen. The New Order zĂ€hlt bis heute zu den besten Shootern, die ich bisher gespielt habe und schon lange freue ich mich auf eine Fortsetzung. Bethesda und Machine Games haben nun die Standalone-Erweiterung Wolfenstein: The Old Blood veröffentlicht, das die Vorgeschichte zu The New Order erzĂ€hlt. In unserem Test erfahrt ihr, ob die Erweiterung den Spielspaß des Hauptspiel erhalten kann. Zuerst noch eine wichtige Info: The New Order wurde als vollwertiges Hauptspiel zum vollen Preis verkauft, die Standalone-Erweiterung ist fĂŒr knapp 20€ erhĂ€ltlich.

Die Handlung von New Order begann mit einer Mission im Jahre 1946, in der man als Protagonist B.J. Blazkowicz,Totenkopf‘s Versteck infiltrieren musste. Old Blood‘s Handlungsstrang setzt genau vor dieser Mission an und verrĂ€t uns, welchen Auftrag Blazkowicz vor der Jagd auf Totenkopf hatte. Die Erweiterung ist in zwei Teile aufgeteilt: Im ersten Teil wird Blazkowicz zum Gefangenen in Burg Wolfenstein und muss von dort entkommen. Danach verfolgt man Helga von Schabbs in die Stadt Wulfburg, wo sie etwas altes Böses zum Leben erweckt und damit ihre Armee in Regime-Zombies verwandelt. Old Blood erzĂ€hlt im Grunde die ersten Kapitel des ersten Wolfenstein-Spiels (dort hieß einer der Hauptbösewichte Dr. Schabbs).

Wolfenstein Old Blood 2

Wenn ihr die absurden Momente von New Order mochtet (man denke nur an die geheime Regime-Basis auf dem Mond), dann werdet ihr mit Old Blood auch wieder eine Menge Spaß haben. Von den sehr persönlichen Monologen der Charaktere gibt es dafĂŒr leider nur noch wenige in der Erweiterung. Im Spiel trefft ihr auch nur auf ein paar Charaktere, die euch freundlich gesinnt sind. Die Zeit mit diesen neuen Charakteren ist sehr kurz und beinhaltet keinen Tiefgang. Da hatte New Order – unter anderem mit der geheimen Basis des Widerstandes – deutlich mehr zu bieten.

Wolfenstein Old Blood 5

Old Blood hat aber ein ganz klares Ziel: Unmengen von Regime-AnhĂ€ngern zu töten und das mit einer ordentlichen Portion Kabumm! Die Erweiterung beinhaltet nun auch neue „schwere“ Gegner, die man nicht per Schleichangriff töten kann, sondern nur mit purer Waffengewalt erledigt. Das hat mich persönlich etwas gestört, da ich mich in New Order grĂ¶ĂŸtenteils komplett durch die Level geschlichen habe, ohne dass Alarm ausgelöst wurde. Dies ist mir in Old Blood leider nur noch selten gelungen, obwohl das Spiel einem nur in bestimmten Szenen zum offenen Kampf zwingt. Die Levels in Old Blood sind oft so gestaltet, dass man einfach nur schwer durchschleichen kann, ohne entdeckt zu werden. Meistens konnte ich so nur die HĂ€lfte der Gegner in einem Abschnitt per Schleichangriff erledigen, bevor der Alarm ausgelöst wurde.

Wolfenstein Old Blood 6

Die Ballerpassagen machen aber wie schon im Hauptspiel richtig Laune. Die Waffen sind wieder fantastisch; vor allem die neue Schrotflinte „Schockhammer“ hat es mir angetan. Ihr erhaltet auch gleich zu Anfang ein Rohr, das euch durch die komplette Erweiterung begleiten wird. Dieses besteht aus zwei Teilen und kann auch zusammengesteckt werden. Damit kann man entweder Gegner unbemerkt ausschalten, klettern, WĂ€nde einschlagen oder die RĂŒstung starker Gegner zerlegen.

Die Entwickler haben wieder sehr viel Liebe ins Detail gesteckt. Neben einigen Easter Eggs (z.B. Bilder von Doom, dem Raketenwerfer-SchlĂŒsselanhĂ€nger oder Spielpassagen vom ersten Wolfenstein-Spiel) sind auch die Propaganda-Plakate im Spiel oder die Namen von GetrĂ€nken und Speisen an Automaten wieder sehr schön gestaltet.

Wolfenstein Old Blood 7

Der erste Teil mit dem GefĂ€ngnisausbruch war auf jeden Fall mein absolutes Highlight. Der Zombie-Teil war ganz spaßig, aber die Zombies sind grĂ¶ĂŸtenteils einfaches Kanonenfutter und stellen keine große Herausforderung dar. Zombies abknallen macht mir aber sowieso immer Spaß, daher hat mich das auch weniger gestört.

Grafisch und Sound-technisch hat sich gegenĂŒber zum Hauptspiel nichts bemerkenswertes verĂ€ndert. Die Grafik erfĂŒllt ihren Zweck, die teils matschigen Texturen trĂŒben oft das Gesamtbild. Der Sound der Waffen, die musikalische Untermalung und deutschen Synchronsprecher sind gut und sorgen fĂŒr eine gute AtmosphĂ€re.

Der Abspann flimmerte bei mir nach 4-5 Stunden ĂŒber den Bildschirm und das ist fĂŒr den Preis voll in Ordnung.

Fazit:
Wolfenstein: The Old Blood ist eine gute Erweiterung fĂŒr ein großartiges Hauptspiel. Ich wollte mehr Wolfenstein und genau das erhĂ€lt man mit Old Blood. Die Standalone-Erweiterung erfindet das Rad nicht neu und kommt nicht an New Order ran, aber man darf nicht vergessen, dass man hier eine Erweiterung mit einem Hauptspiel vergleicht. Die neuen Waffen, Umgebungen und Gegner sorgen fĂŒr Abwechslung und die Spielzeit von 4-5 Stunden ist fĂŒr den Preis von 20€ angemessen. Wer New Order mochte wird mit Old Blood auch seinen Spaß haben. Shooter-Freunde können sowohl beim Hauptspiel, als auch der Erweiterung, nichts falsch machen!