Thrustmaster T150: Was taugt das Force-Feedback-Lenkrad fĂĽr PS3, PS4 und PC?

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Seit Beginn der Gran Turismo-Reihe, gehöre ich zu den Rennsportenthusiasten. Das gilt sowohl für die Spielewelt, als auch das reale Sporterlebnis. Neben Gran Turismo gehörten auch die Forza-Reihe und Need for Speed zu meinen Favoriten. Auch einige Lenkräder für die verschiedensten Konsolen sind mir da nicht fremd. Mein erstes war das offizielle Xbox 360-Lenkrad für Forza 3.

Nun habe ich mir fĂĽr euch das Thrustmaster T150 Force-Feedback-Lenkrad genauer angeschaut und dem 199 Euro teurem StĂĽck Hardware auf den Zahn gefĂĽhlt.

Zuerst zu den Fakten: Das Lenkrad ist kompatibel mit der PS4, der PS3 und dank herunterladbarer Treiber auch für den PC geeignet. Es verfügt über einen einstellbaren Rotationswinkel von 270 bis 1080 Grad auf einem 28 cm Durchmesser Lenkkranz und 2 große, lenkermontierte sequenzielle Schaltwippen (13cm hoch und aus Metall). Außerdem ist es mit den PS4-typischen Buttons (Share/Options/Home) und gummierten Lenkkranzgriffen ausgestattet. Das Pedalset umfasst Gas- und Bremspedal. Der Neigungswinkel jedes Pedals kann eingestellt werden. Das Bremspedal verfügt über einen progressiven Widerstand. Das Thrustmaster Ecosystem erlaubt es, das Pedalset mit anderen Modellen auszutauschen oder das Set mit einer Gangschaltung zu ergänzen.

Zur Optik: Nimmt man das Lenkrad aus der Verpackung, fällt als erstes das Gewicht auf. Das Lenkrad selbst besteht überwiegend aus Plastik und ist dennoch überraschend schwer. Die Gummierung am Lenkkranz umfasst die typischen Griffpositionen und sind in auffällig blauer Farbe kaum zu verfehlen. Das Gefühl der Gummierung ist völlig in Ordnung, hier rutscht man auf jeden Fall nicht ungewollt ab. Die Schaltwippen sind sehr gut erreichbar und machen einen sehr schönen, hochwertigen Eindruck. Druckpunkt und Widerstand sind hier gut gewählt und klar definiert. Insgesamt macht die Lenkeinheit, trotz des vielen Plastiks, einen guten Gesamteindruck. Die Pedaleinheit ist sehr leicht und besteht fühl- und sichtbar zum größten Teil aus Plastik. Die Pedale selbst sind schön groß und im Einsatz sehr gut zu treffen. Ein geriffelter Bereich vor den Pedalen soll den nötigen Halt geben, das Material aus Plastik wird dem jedoch nicht ganz gerecht. Eine Kupplung ist in diesem Setup leider nicht vorhanden, das modulare System erlaubt es an dieser Stelle jedoch nachzurüsten – beispielsweise mit dem T3PA.

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Kommen wir zum praktischen Teil: Das Befestigungssystem des Lenkrads funktioniert auf so gut wie jeder Oberfläche. In diesem Test wurde es auf einem abgerundeten Schreibtisch und einem eckigen Wohnzimmertisch befestigt- beides funktioniert ohne Probleme. Gewicht und Widerstand der Lenkeinheit stimmen trotz der eingesetzten Materialien. Die Verkabelung ist denkbar einfach: Strom, USB, Pedale. Alle Kabel sind lang genug, um sowohl am Schreibtisch, als auch von der Couch aus problemlos zu spielen. Nach dem Einschalten kalibriert sich das Lenkrad automatisch. Ein kleiner Schieberegler am Lenkrad stellt zwischen PS3 und PS4 um, alles ganz unkompliziert. Getestet wurde das T150 auf der PS4 mit den Games Driveclub und Project Cars.

Um ein Gefühl für die Hardware zu bekommen, beginne ich mit ein paar Testrunden. Das erste, was sehr positiv auffällt, ist das Force-Feedback. Ich bekomme eine echte Rückmeldung von der Straße. Komme ich von der Strecke ab, bemerke ich jeden Curb. Wenn das Auto ausbricht, reagiert das Lenkrad und ich kann entgegenarbeiten. Diese Force-Feedback-Funktion macht seinem Namen alle Ehre, denn sowohl die Genauigkeit, als auch die Kraftübertragung stimmen einfach. Im Eifer des Gefechts fällt schnell auf, dass die Gummierung am Lenkkranz für die meisten Situationen zwar ausreichend ist, in kritischen Momenten hätte ich mir jedoch eine durchgehende Gummioberfläche für verbesserten Grip gewünscht. Anfangs kann die Geräuschkulisse etwas störend wirken, besonders bei schnellen Lenkbewegungen.

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So gut der Eindruck der Lenkeinheit auch ist, zum Lieferumfang gehört auch die Pedaleinheit, die etwas verbesserungswürdig ist. Dadurch, dass die Pedaleinheit sehr leicht ist, neigt sie im Einsatz zum Verrutschen, da helfen auch die gummierten Flächen an der Unterseite kaum bis gar nicht. Bei Dauereinsatz sollte man sich überlegen, diese fest zu montieren oder anderweitig zu befestigen. Die Pedale selbst machen einen passablen Job, das Gas lässt sich schön einteilen und die Bremse gibt einen annehmbaren Widerstand. Von den Pedalen abgerutscht bin ich während meiner ausgedehnten Testphase auf dem Nürburgring nicht, trotzdem hätte man hier von 100% Plastik absehen können.

Unser Fazit:
Das Thrustmaster T150 ist mit seinen knapp 200 Euro im Mittelpreissegment angesiedelt und genauso verhält es sich auch. Das Lenkrad selbst ist gut verarbeitet und bietet ein tolles Force-Feedback. Selten habe ich meinen Rennwagen derart genau und mit solch einer direkten Rückmeldung über den Nürburgring gejagt. Die deutlichsten Schwächen zeigen sich an der Pedaleinheit, hier wurde etwas zu viel gespart. Wer sein Rennerleben durch Force-Feedback verbessern möchte und mit ein paar Abstrichen an der Pedaleinheit klar kommt, darf hier bedenkenlos zuschlagen

Von Torge

Torge

Ich bin 30 Jahre alt und seit meinem Sega Mega Drive gehört für mich das Gaming einfach dazu.
Meine spielerischen Interessen liegen hauptsächlich auf Action-Adventures und Racing-Simulationen. Im Kreis der Freunde sind Online-Shooter jedoch auch an der Tagesordnung.

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