The Division: Der Untergrund-DLC im Test: So ein Zufall!

Rund vier Monate sind seit dem Release von The Division ins Land gezogen. Bislang gab es f├╝r die Spieler zwei kostenlose Inhalts-Updates, die das Spiel mit neuem Content versorgt haben. Mit dem Untergrund DLC hat Ubisoft nun erste kostenpflichtige Zusatzinhalt ver├Âffentlicht. Wir haben uns f├╝r euch in den Untergrund von Manhattan gewagt und getestet, ob die Erweiterung ihr Geld wert ist.

Wenn man an The Division denkt, fallen einem vor allem viele Negativ-Meldungen ein. Das Loot-System ist unzufriedenstellend, Glitches verhindern den Spielspa├č und die Dark Zone ist au├čer Kontrolle geraten. Doch seither gab es einige Patches und Bugfixes um diese Probleme zu l├Âsen. Eine gute Ausgangsbasis, um mit dem ersten kostenpflichtigen DLC alles wieder gut zu machen. Doch ist Ubisoft dieser Schritt wirklich gelungen?

The Division Underground 01

Der Untergrund-DLC erschien gepaart mit dem Patch 1.3, der zeitgleich einige Neuerungen ins Spiel brachte. Beide geb├╝ndelt ergeben den neuen The Division Endcontent. Im Fokus des neuen Contents steht der namensgebende Untergrund. Eine unterirdische Tunnelanlage, die wir ├╝ber unsere Operationsbasis erreichen. Doch bevor wir den Content beschreiten k├Ânnen, m├╝ssen wir diesen erst einmal freischalten. Das geschieht ├╝ber eine neue Storymission, die imposanter nicht beginnen k├Ânnte. Es wird vorausgesetzt, dass wir bereits Level 30 erreicht haben und bereits alle Story-Missionen erledigt sind.

Sofern dies geschehen ist, entdecken wir eine neue Mission auf unserer Karte namens “Sichere das Quarant├Ąne Center”. Gesagt, getan. Wir reisen via Schnellreise dorthin und erleben, wie der Geb├Ąudekomplex mitten vor unseren Augen in die Luft fliegt. Alarmsirenen heulen und Menschen st├╝rmen schreiend aus dem brennenden Geb├Ąude. Kaum haben wir realisiert, was dort geschehen ist, gelangen wir in einen Rikers Hinterhalt. Mein erster Gedanke war in diesem Moment: “Wow! Was f├╝r eine Inszenierung”. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Denn kaum haben wir den Rikers Hinterhalt gestoppt – endet diese Mission bereits. Nun werden wir in unsere Operationsbasis gerufen, um den Weg zum Untergrund freizuschalten. Wer also auf eine Story-Erweiterung gehofft hat, k├Ânnte hier schnell entt├Ąuscht werden. Doch machen wir uns nix vor – Um die Kampagne geht es in The Division ohnehin nicht.

The Division Underground 02

Kaum im Untergrund angekommen, befinden wir uns in unserer ersten Mission. Wir m├╝ssen eine Rikers-Party st├╝rmen und treffen dabei auf eine Art Untergrund-Disco. Ich muss zugeben, dass das Setting zusammen mit der Musik richtig was her macht. Doch auch hier gilt: Kaum bekam ich gro├če Augen, wegen des geilen und neuen Settings, war das Hochgef├╝hl auch schon wieder vorbei und wir stehen wieder in der Einsatzhalle. Kurz umgeschaut realisiert man, dass es im Untergrund neue H├Ąndler gibt. Schlie├člich ist der Gearscore erneut angehoben worden. Gearscore 268 ist das neue Limit, das es zu erreichen gilt. Weiterhin f├Ąllt auf, dass es ein neues Levelsystem gibt. Das Maximallevel unseres Charakters ist zwar noch immer 30, doch mit den Untergrund-R├Ąngen, gibt es ein neues Levelprinzip. ├ähnlich wie in der Dark Zone.

Also absolvieren wir noch einige Stunden lang weitere Missionen im Untergrund und steigern dabei unser Level. Die Missionen besitzen – wie auch jede weitere Aufgabe in The Division – ein Matchmaking System. Also Gruppe suchen und ab gehts. Man kann die Missionen zwar auch einzeln angehen, davon rate ich aber ab. W├Ąhrend man in der Gruppe wiederbelebt werden kann, m├╝ssen wir als Einzelk├Ąmpfer im Todesfall wieder komplett von vorne beginnen. Respawn-Punkte gibt es n├Ąmlich nicht im Untergrund. Aufgeteilt sind die Missionen in Phase 1,- Phase 2,- und Phase 3 Missionen. Je nachdem, welche Phase wir w├Ąhlen, umso l├Ąnger ist die Mission. Die Ziele im Untergrund sind dabei unterschiedlich. Mal m├╝ssen wir Generatoren aktivieren und verteidigen und ein anderes Mal m├╝ssen wir einen bestimmten Gegner suchen und innerhalb einer vorgegebenen Zeit eliminieren. Nach 3-4 Stunden haben wir allerdings jedes Ziel bereits mehrfach erf├╝llt. Damit keine Langeweile aufkommt, sind die Untergrund-Dungeons zuf├Ąllig generiert und sehen jedes Mal anders aus.

The Division Underground 04

Um die Herausforderung noch weiter zu steigern, gibt es sogenannte Direktiven, die wir aktivieren k├Ânnen. Abh├Ąngig davon, welche wir aktivieren, geschehen unterschiedliche Dinge. Entweder wir haben nur bedingt viel Munition oder wir m├╝ssen ohne Zusatzskills auskommen. Das zwingt uns dazu, bedeutend taktischer zu agieren und mit unseren Ressourcen zu haushalten. Und wie ├╝blich gilt: Je h├Ąrter der Schwierigkeitsgrad, desto hochwertiger die Belohnung am Ende des Dungeons. Generell gibt es im Untergrund DLC kein wirkliches Loot-Problem mehr. Innerhalb der Missionen erhalten wir viele Exotic- und Setteile. Erg├Ąnzend erhalten wir mit jedem Untergrund-Level Up eine Belohnungskiste. In der befinden sich Ausr├╝stungsgegenst├Ąnde oder Waffen verschiedensten Gearscores. Bereits nach 2 Stunden hatte ich meine ersten 240er und 268er Items. Den Gearscore kann man hier also schnell aufwerten.

Wer Spa├č am grinden hat und bereits die Risse in Diablo 3 oder die Chalice Dungeons in Bloodborne immer und immer wieder gespielt hat, wird im Untergrund-DLC seinen Spa├č haben. Wer aber absolut kein Freund vom Grinden ist, wird auch hier nur wenig Freude empfinden. Zum Gl├╝ck m├Âgen wir dieses Spielprinzip. Inwieweit der Untergrund uns aber noch reizt, wenn wir erstmal unseren Gearscore erreicht haben – das muss sich erst noch zeigen. Vielleicht soll gerade deswegen laut Ubisoft relativ zeitnah der zweite DLC erscheinen, um dort anzukn├╝pfen. Wir hoffen es, denn weiterer Leerlauf k├Ânnte The Division auf lange Zeit gesehen schaden. Doch der Untergrund ist nicht alles, was es zu entdecken gibt.

The Division Underground 03

Mit dem neuen Patch 1.3 hat auch ein neuer ├ťbergriff ins Spiel gefunden. Dieser h├Ârt auf den Namen “Drachenhort” und hat uns positiv ├╝berrascht. Wo der Falcon Verloren ├ťbergriff noch an Langeweile nicht zu ├╝berbieten war, zeigt Drachenhort was so alles in The Division m├Âglich ist. Denn erstmals kommt es wirklich auf Teamplay an. F├╝r unge├╝bte Spieler k├Ânnte bereits der Beginn ein gro├čes Hindernis sein: Wir sprengen ein Tor auf und eine Schar von Elite-Cleanern st├╝rmt mit ihren Flammenwerfern auf uns zu. Wenn wir nicht gesammelt das Feuer auf sie richten, sind wir schnell eingeengt und werden ├╝berrannt. Ist das geschafft, geht es weiter. Auf dem Dach erwarten uns direkt vier Bosse gleichzeitig, die es auszuschalten gilt. Und genau hier musste ich das erste mal innerlich applaudieren. Der Kampf ist fordernd und verlangt ein gutes Zusammenspiel. Anschlie├čend geht es zum Finale. Ein modifizierter Krankenwagen macht uns das Leben zur H├Âlle. Die Cleaners haben den Krankenwagen zu einer H├Âllenmaschine gemacht. Da zeitweise der gesamte Platz in Flammen steht, ist Geschick gefragt. Wer stehen bleibt oder sich nur versteckt, wird schnell sterben. Genauso ist eine gute Absprache von N├Âten. So m├╝ssen zwei Spieler exakt zeitgleich einen Schalter bet├Ątigen, um ├╝berhaupt etwas anrichten zu k├Ânnen.

Unser Fazit:

Ich muss sagen, dass mich der ├ťbergriff wirklich positiv ├╝berrascht hat. Ich kann mir vorstellen, dass der ├ťbergriff auf einem h├Âherem Schwierigkeitsgrad zu einer echten Mammut-Aufgabe wird. Doch nach Beenden des ├ťbergriffs und dem Absolvieren diverser Untergrund-Missionen ist sie wieder da. Diese Leere. Manhatten bleibt als Schauplatz weiterhin unbenutzt und der DLC l├Ądt uns nicht dazu ein, die Stadt n├Ąher zu erforschen. Also porten wir uns wieder in unsere Operationsbasis und erforschen weitere zufallsgenerierte Dungeons. Schlie├člich m├╝ssen wir unser Waffenarsenal noch aufbessern.

Ob einem der DLC wirklich 15 Euro wert ist, muss jeder f├╝r sich entscheiden. Klar, bringt der DLC eine Menge Neuerungen, doch da geht noch mehr. Gerade der neue ├ťbergriff hat gezeigt, wohin die Reise gehen k├Ânnte. Zum Gearscore aufbessern, ist der Untergrund allerdings perfekt. Doch nun muss nachgelegt werden. Ich bin gespannt, was die weiteren DLCs mit sich bringen.

Wertung: (3.5 / 5.0)