Stirbt Virtual Reality 2017 einen weiteren Tod?

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In den vergangenen Jahrzenten war die virtuelle Realit├Ąt immer wieder ein Thema. Mehr oder weniger begann alles 1966, als Ivan Sutherland und Raymond Goertz ein Head-Mounted Display und einen Datenhandschuh entwickelten. Damals war das Ganze noch sehr experimentell und alles andere als massenmarkttauglich.

Mittlerweile gibt es mit PlayStation VR, Oculus Rift und HTC Vive die ersten wirklich ausgereiften VR-Brillen. Und so gro├č der Hype um diese Brillen in den vergangenen Jahren auch war, so unwahrscheinlich ist es meiner Meinung nach auch, dass sich VR dieses Mal wirklich durchsetzen wird.

Diese Meinung fu├čt haupts├Ąchlich auf eigenen Erfahrungen. Ich habe mittlerweile jede VR-Brille ausprobiert und sehr viele Anwendungen und Spiele getestet. Und in den meisten F├Ąllen hat auch alles ganz gut funktioniert und Spa├č gemacht, aber trotzdem denke ich, dass es unwahrscheinlich ist, dass die aktuelle VR-Generation den erhofften Durchbruch bringt.

Wenn ich mich in meinem engeren Bekannten- und Freundeskreis umsehe, dann gibt es fast niemanden, der eine VR-Brille besitzt. Und daf├╝r gibt es zwei entscheidende Gr├╝nde. Grund Nummer 1: Vielen sind die Ger├Ąte einfach zu teuer. Selbst mit der g├╝nstigsten Variante ÔÇô der PlayStation VR plus Controller und Kamera ÔÇô liegt man schlie├člich bei rund 500 Euro. Grund Nummer 2: Es gibt zu wenig verlockende Spiele oder Anwendungen.

Und das sind zwei entscheidende Punkte, die ich absolut nachvollziehen kann. Ich besitze die PlayStation VR seit dem Release und nach den ersten zwei, drei Wochen hatte ich alle Games gespielt, die mich interessierten. Seitdem liegt das teure St├╝ck im Regal. F├╝r Oculus Rift und HTC Vive ist das Angebot im Steam-Store zwar gr├Â├čer, Titel, die mich wirklich reizen, gibt es hier aber auch nur sehr wenige.

Ein weiterer Punkt: Bequemlichkeit. Das Ganze VR-Ding erinnert mich auch irgendwie immer wieder an die 3D-Brille f├╝r den Fernseher. Vor ein paar Jahren galten 3D-Brillen noch als “das Ding” in der Branche. Wenige Monate nachdem die ersten Ger├Ąte erh├Ąltlich waren, gaben die ersten namhaften Hersteller auch schon wieder bekannt, dass man f├╝r zuk├╝nftige Ger├Ąte nicht mehr auf 3D setze.

Ich habe die 3D-Brille, die mit meinem Fernseher ausgeliefert wurde kaum genutzt. Ich hatte so gut wie nie Lust, mir das Teil w├Ąhrend eines bequemen Fernsehabends auf die Nase zu setzen. Das war mir irgendwie zu doof. Und ganz ├Ąhnlich geht es mir mit der VR-Brille. H├Ąufig habe ich einfach keine Lust, mir eine VR-Brille ├╝ber den Kopf zu ziehen. Ich will den Controller in die Hand nehmen und zocken. Nicht mehr.

Abgesehen davon verwundert es mich auch, dass Sony mittlerweile kaum mehr ein Wort ├╝ber die PlayStation VR verliert. Im Oktober letzten Jahres wurde PlayStation VR eingef├╝hrt und eigentlich prognostizierte das Marktforschungsunternehmen SuperData 2,6 Millionen verkaufte Einheiten. Die Prognose wurde aber dann drastisch nach unten korrigiert, auf 750.000 verkaufte Einheiten. Als Begr├╝ndung nannte man das “relativ fragmentierten Titel-Lineup” und die “bescheidenen Marketing-Anstrengungen”.

Auch die Zielgruppe ist ein Problem. F├╝r Casual-User sind VR-Brillen relativ uninteressant und ich kenne auch keinen Core-Gamer, der ein gro├čes Bed├╝rfnis hat, Call of Duty, Battlefield und Co. mit einer VR-Brille zu spielen ÔÇô zumindest nicht, bis die Hardware so ausgefeilt ist, dass man keine Einbu├čen in Sachen Spielerlebnis und Framerate hat.

Vielleicht k├Ânnte man die Situation optimistischer sehen, aber das hier sind auch nur meine pers├Ânlichen Gedanken. Vielleicht kommt ja alles ganz anders. Was denkt ihr? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit.