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Civilization VI: Rise and Fall im Test – Endlich mal Geschichte schreiben

Am 08. Februar war es endlich soweit: Der Strategie-Hit Civilization VI aus dem Hause Firaxis Games bekam sein erstes Addon mit dem Namen “Rise and Fall” spendiert. Der Anspruch: Erstmals soll es möglich sein, dass die verschiedenen Reiche sich nicht bloß einen Wettlauf zum Sieg liefern, sondern auf dem Weg dahin auch stolpern – und sogar fallen – können. Wir haben getestet, was das neue Addon so drauf hat.

Meine Geschichte mit der Reihe geht bis Civilization 2 im Jahr 1996 zurück. Seitdem spiele ich jeden Ableger der Reihe ausgiebig und bin schon lange dem “Eine Runde noch…”-Fieber verfallen. Spätestens seit Civilization V sind zudem die Erweiterungspakete jedes Mal ein Grund zur Freude, führen sie doch eine Menge sinnvoller Funktionen ein – in Civilization V war das beispielsweise das Konzept der Religion, das inzwischen einen großen Teil des Gameplays von Civilization V und VI ausmacht. Das Versprechen, dass Rise and Fall den Aufstieg und Fall der großen Reiche zeigen soll, hat mir also einiges an Aufregung beschert.

Im Kern stützt sich Rise and Fall auf die sogenannten Zivilisationspunkte. Diese Punkte erhält ein Spieler, wenn seine Zivilisation besondere Errungenschaften wie die Entdeckung neuer Kenntnisse oder die Einführung neuer Politiken erlangt. Also: Je epischer wir uns anstellen, desto mehr Punkte gibt es. Das Spiel ist hierfür unverändert in Zeitalter wie Klassik oder Mittelalter unterteilt. Und je nachdem, mit wievielen Punkten wir aus jedem Zeitalter herausgehen, fällt das nächste Zeitalter aus.

Wenn wir genug Punkte sammeln, dann geht alles unverändert weiter und wir können uns einen Bonus wie verbesserte Forschung aussuchen. Sammeln wir noch ein ganzes Stück mehr Punkte, dann tritt das Heldenzeitalter mit ganzen drei Boni ein und unser Reich hat einen großen Vorteil für die nächsten Jahrhunderte. Schaffen wir die Mindestgrenze an Punkten nicht, tja: Das dunkle Zeitalter tritt ein und der sogenannte Loyalitätsdruck setzt ein. Die Städte und Bürger verlieren das Vertrauen in uns.

Sobald wir mehr als eine Stadt haben, müssen wir uns mit der Loyalität der Bürger herumschlagen. Die sagt uns nämlich, wie sehr die Stadt hinter ihrer Regierung steht. Und wenn die Loyalität zu sehr sinkt, rebellieren die Bürger und die Stadt sagt sich von uns los – und schon haben wir einen Feind mehr. Um das zu verhindern, kann uns ein Gouverneur helfen. Dieses neue Gameplay-Element erlaubt uns, pro Stadt einen Gouverneur zu ernennen. Jeder Gouverneur hat verschiedene Effekte wie verbesserte Forschung oder öffentliche Ordnung und Militärboni. In regelmäßigen Zeiträumen können wir den Gouverneur befördern und mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Eine spannende Neuerung!

Endlich fühlt sich die Geschichte unserer Zivilisation wie, naja, Geschichte an. Es gibt goldene Zeiten, schlechte Zeiten, große Errungenschaften und drastische Krisen. So fühlt sich Civilization VI wesentlich dynamischer und spannender an, unsere Geschichte trägt unseren eigenen Stempel und ist nicht bloß ein Wettrennen zur Siegesbedingung. Leider sind die neuen Mechaniken auf den ersten Blick noch sehr kompliziert und unübersichtlich. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fügen sie sich aber gut dem Rest des Spiels hinzu und gönnen uns einfach keine Pause. Wünschenswert wäre aber noch gewesen, im Voraus zu sehen, durch welche Aktionen wir Zivilisationspunkte sammeln können. Das fühlt sich noch zu sehr nach Zufall an.

Neben den bereits vorhandenen Anführern hat Entwickler Firaxis in Rise and Fall noch neun weitere Zivilisationen, darunter Korea, Schottland und die Niederlande hinzugefügt. Und damit das Zusammenspiel mit neuen wie alten Anführern noch spannender ist, hat Firaxis noch etwas Arbeit in das Diplomatie-System gesteckt. Das gibt uns wertvolle Informationen über unsere Beziehungen zu anderen Anführern und warum diese uns mögen – oder eben nicht. Zu schwache Marine findet der Norweger? Zu wenig Mauern sagt Georgien? Wir sind gottlose Heiden findet der Kongo? Das neue System verrät es uns. Außerdem können wir mit erklärten Freunden nun Allianzen schmieden, die mit der Zeit verschiedene Stufen erklimmen und uns verbesserte Boni in den jeweiligen Bereichen wie Forschung, Kultur oder Militär bringen. Das bislang beste Diplomatie-System der Reihe, das sich wunderbar der Dynamik des Addons anpasst!

Unser Fazit:
Mit Rise and Fall hat Firaxis ein gewohnt umfangreiches und cleveres Erweiterungspaket gezaubert. Auch wenn es auf dem ersten Blick etwas kompliziert ist, so sind die Neuerungen passend und gut durchdacht – vor allem das neue Diplomatie-System wertet das Gameplay doch gewaltig auf. Insgesamt hätten wir uns etwas mehr Planbarkeit und Transparenz bei den Zivilisationspunkten gewünscht – besonders bei einem Preispunkt von 29,99€. Für den Preis bekommt man aber ein deutlich aufgewertetes Spielerlebnis samt spannender neuer Anführer.

Definitiv ein Muss für jeden Civ-Fan!

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