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The Elder Scrolls Online: Summerset im Test – Neues vom Alten

The Elder Scrolls Online ist ein besonderes MMORPG. Durch seine spielbaren Gebiete in Tamriel und Vvardenfell berührt es die Nostalgie aller The Elder Scrolls-Veteranen. Außerdem hat The Elder Scrolls Online bereits im Basisspiel seinen Spielern erlaubt, alle Gebiete unabhängig vom Level zu besuchen – eine Mechanik, die sogar MMO-Gigant World of Warcraft für sein aktuelles Add-On Legion übernommen hat. Mit The Elder Scrolls Online: Morrowind hat Studio Zenimax zudem einen langen Traum vieler Fans der Reihe veröffentlicht und die Spielwelt vom dritten Teil der Reihe in das MMORPG integriert.

Nun wagt TESO etwas Neues: den Ausflug nach Summerset. Mit Tamriel und Vvardenfell hatte Zenimax nur Vorlagen aus allseits bekannten Spielen umgesetzt. Summerset hingegen ist mit seiner Vorlage aus TES: Arena wahrscheinlich nur wenigen Fans bekannt. Summerset ist gleichermaßen die Geburtswelt der Hochelfen und der Magie – und dazu eine von wunderschöner Natur übersäte Insel. Dass Königin Ayrenn nun allen Völkern per Dekret erlaubt, Summerset zu besuchen und zu bevölkern, das kommt beim Hochelfenvolk nicht gut an. Neuankömmlinge werden kurzerhand aus dem Verkehr gezogen und weggesperrt – und hier kommen wir ins Spiel. Was die Geschichte von Summerset hergibt und auf welche Neuerungen wir uns freuen dürfen, das klärt der Test.

Summerset ist das neueste Addon für The Elder Scrolls Online und liefert, anders als Morrowind, keine neue Klasse. Durften wir uns in Morrowind über die “Hüter”-Klasse freuen, so bleibt das in Summerset aus. Stattdessen bietet uns Entwickler Zenimax nun eine neue Spielwelt, das Geburtsland der Hochelfen. Summerset sieht nach typischem High Fantasy-Setting aus: Prächtige Flora und Fauna, viel Grün und Natür und dazwischen die Hochelfen mit ihren magischen Fähigkeiten und kantigen Gesichtern. Die Spielwelt ist absolut wunderschön gelungen und lädt zum Erkunden ein.

Der idyllische Schein trügt aber: Summerset ist nicht annähernd so einladend, wie es wirkt. Zwar wurde es per Dekret der Königin für alle Ausländer, so auch für uns geöffnet, das gefällt den Hochelfen aber garnicht. Prompt werden die Neuankömmlinge in Käfige gesteckt, gefoltert und getötet. Uns erwischt es zwar nicht, aber natürlich wollen wir diesen Machenschaften auf den Grund gehen und forschen nach. Die Geschichte von Summerset ist vielleicht nicht so bombastisch wie die Cutscenes eines World of Warcraft, auf Mikroebene steckt TESO aber so manches MMORPG in die Tasche.

Die Quests selbst sind nämlich weit von den nervigen Sammel- und Kill-Quests der Konkurrenz entfernt, komplett vertont und mit spannenden Geschichten versehen. Man darf sich bei fast jeder Quest sicher sein: Es wird spannend. Auch die Dauer der Quests ist in Summe wesentlich länger als die nur wenige Minuten lange Action anderer MMORPGs wie WoW. So eignet sich TESO für Spieler, die nicht hunderte von Stunden in ihren Charakter stecken können oder möchten. Belohnungen für das tägliche Einloggen, kein Zwang zur Gruppenbildung – TESO ist perfekt für Casual Player. An sich ist auch Summerset ideal für Neueinsteiger ins Genre: Wir starten mit einem frischen Charakter direkt im Addon und können die neue Welt und Geschichte genießen. Ein Vergleich: In World of Warcraft ist zwar oft ein Boost für das maximale Level im Kaufumfang enthalten, ansonsten starten neue Spieler aber bei Level 1 und müssen vorerst über 100 Level hinter sich bringen. Hier ist TESO wesentlich gnädiger. Auch durch die weltweite Skalierung an das Spieler-Level darf man einfach in das Hauptspiel oder eines der beiden Erweiterungspakete eintauchen und dort leveln, wo es am meisten Spaß macht. Hier ist TESO im MMORPG-Genre der König der Zugänglichkeit – sowohl für neue Spieler, als auch für MMO-Veteranen. Super!

Leider werden neue Spieler in Sachen Story vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Vorgeschichte von Summerset setzt nämlich voraus, dass man das Hauptspiel, das Addon Morrowind und sämtliche DLC-Pakete gespielt hat. So einsteigerfreundlich Summerset spielerisch auch ist, in Sachen Storytelling wären Zusammenfassungen für Neueinsteiger und Wiederkehrer sehr sinnvoll gewesen.

Rein spielerisch hat sich TESO seit dem Release von Morrowind vor ungefähr einem Jahr kaum verändert. Und das ist eine super Sache: Das Kampfsystem ist unverändert agil und actionreich, die Skill-Leiste ist – anders als in den meisten anderen MMORPGs – stark begrenzt und erfordert einiges an Planung. Zum Glück steht dem Spieler aber ein “Skill Advisor” zur Seite, der Vorschläge für neue Fähigkeiten aufgrund eines ausgewählten Builds macht. Hier dürfen auch neue Fähigkeiten des Psijik-Ordens ausprobiert werden, mit denen man die Zeit manipuliert und Gegner betäubt. Nach wie vor darf man in TESO aber skillen wie man möchte, aus allen Fähigkeiten und Rollen wie Tank, Damage oder Heal aussuchen und frei kombinieren. Hier fühlen sich MMO-Neulinge vielleicht etwas verloren, insgesamt ist das aber ein großartiges Konzept. Da sich spielerisch wenig verändert hat, dürfen bisher zufriedene Fans aufatmen.

Unser Fazit:
Summerset macht wenig Neues, dafür aber viel richtig. An der globalen Skalierung, der tollen Zugänglichkeit und dem flexiblen Gameplay hat Zenimax nur feinjustiert und erneut ein unheimlich einlandendes und sprudelndes Spielerlebnis geschaffen. Summerset belohnt uns spielerisch und visuell für das Erforschen der ansehnlichen Spielzonen, kombiniert das mit einer spannenden Geschichte und einer herzlichen Community.

Wer TESO bereits mochte oder genug vom WoW-Grind hat, der sollte zugreifen.

Wertung: (4 / 5)

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