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Outward in der Vorschau: Du bist kein Held!

Das kanadische Nine Dots Studio hat ihren neusten Titel Outward auf der diesjährigen Gamescom vorgestellt. Wir haben das Rollenspiel in einem Hands-on Termin für euch anspielen können. Wie unsere ersten Eindrücke ausgefallen sind, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Das wichtigste vorweg: In Outward gibt es keine Helden! Wir sind kein Halbgott oder der Retter aus einer uralten Prophezeiung. Stattdessen schlüpfen wir in die Rolle eines einfachen Abenteurers – und dieser ist vor allem eins: verwundbar. Um diesem Umstand ein wenig entgegenzuwirken, können wir uns mit einem Freund zusammenschließen. Dafür steht ein lokaler Splitscreen- und ein Online-Modus zur Verfügung. Während der Hands-on-Session konnten wir den Splitscreen-Modus testen.

Durch den realistischen Ansatz des Spiels wird jeder Kampf zu einer Herausforderung. Deshalb ist taktisches Vorgehen ein Muss. Fallen und besondere Gegenstände helfen uns bei der Vorbereitung auf den bevorstehenden Kampf. Rennt man kopflos auf mehrere Gegner zu, zieht man meist den Kürzeren. Denn Outward setzt auf ein ausgeklügeltes Kampfsystem. Einfache Attacken gehen zwar leicht von der Hand, verursachen aber keinen nennenswerten Schaden. Erst die fortgeschrittenen Angriffe hinterlassen sichtbare Spuren bei den Lebensbalken unserer Feinde.

Dafür ist aber einige Vorbereitung nötig. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen können wir nicht einfach mit Feuerbällen um uns werfen. Zuerst müssen wir mit einem Feuerstein ein Feuersiegel herstellen. Dieses können wir dann mit einem Funken entzünden, während wir uns in unserem magischen Kreis befinden. Dadurch wird das Siegel zu einem flammenden Feuerball, den wir auf unsere Widersacher schleudern können. Zudem lassen sich Waffen wie Schwerter und Schusswaffen mit magischen Fähigkeiten und Eigenschaften durchtränken. Somit wird selbst aus der einfachsten Keule eine machtvolle Waffe.

Die angelegte Ausrüstung hat ebenfalls Einfluss auf unsere Performance im Kampf. Mit einer dicken Rüstung und einem schweren Rucksack kämpft es sich nun mal wesentlich schlechter. Vom Ausweichen ganz zu schweigen. Deshalb ist es oft ratsam, seinen Rucksack vor dem Kampf in Sicherheit zu bringen. Nachdem wir unsere Feinde bezwungen haben, können wir entspannt unser Gepäck holen und uns wieder auf die Reise machen.

Sollten wir, trotz unserer guten Vorbereitung, mal ein Gefecht verlieren, müssen wir nicht zwangsweise auf einen Game Over-Screen blicken. Stattdessen setzt der Titel auf verschiedene Szenarios. Haben uns Banditen niedergeprügelt, finden wir uns beispielsweise ohne Ausrüstung mittem im Wald wieder – oder in Gefangenschaft. Jedoch kann uns auch ein reisender Händler finden, retten und mit ein paar essentiellen Gegenständen erneut in die Wildnis entlassen.

Durch diese Details bekommt das Kampfsystem eine anspruchsvolle Note und es wirkt erfrischend und innovativ. Auch das Skill-System übt seinen Einfluss auf unsere Fähigkeiten aus. Zwar gibt es feste Klassen, doch Outward setzt zusätzlich auf verschiedene Skill-Bäume. Allerdings können wir nicht sämtliche Skill-Bäume voll aufwerten – auch hier sind kluge Entscheidungen gefragt. Einige Skills sind sogar nur für die Mitglieder der verschiedenen Fraktionen verfügbar.

Auf diese Weise erhöhen die Entwickler den Wiederspielwert deutlich. Denn wir können uns nicht einfach jeder Fraktion anschließen. Dafür müssen wir erst einen neuen Charakter erstellen. Damit wir auch etwas davon haben, verwendet Outward ein Erbstücke-System. Mit jedem Durchgang schalten wir neue Gegenstände frei, die unser neuer Charakter gleich zu Beginn verwenden kann. Zudem bedeuten andere Fraktionen auch andere Quests und somit ändert sich auch das Spielerlebnis mit jedem Neustart.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Outward ist das Überleben in der freien Natur. Neben Essen und Getränken benötigt unser Abenteurer auch genügend Schlaf. Dies stellt sich jedoch nicht immer als einfach heraus. Kaltes Wetter und daraus folgende Krankheiten können uns das Leben kosten. Deshalb ist es ratsam, sich ein Lager mitsamt Feuerstelle zu errichten. Man sollte es nicht darauf ankommen lassen, da das Spiel durchgehend speichert. Wir können also nicht mal eben einen früheren Spielstand laden. Dadurch müssen wir gut überlegt vorgehen und uns komplett in unseren Charakter hineinversetzen.

Im Rahmen der Hands-on Session waren wir in einem weitläufigen Wüstengebiet unterwegs. Andere Biome haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Die Wüste wirkte, bis auf einige Kreaturen und Banditen hier und da ziemlich leblos. Allerdings könnte dies auch an der lebensfeindlichen Umgebung liegen. Gemäßigtere Waldgebiete dürften deutlich mehr Leben aufweisen. Zumindest wäre dies für das finale Spiel wünschenswert. Einen Pluspunkt konnte sich Outward in Hinblick auf die Grafik sichern. Die Landschaft überzeugte durch ein schönes Design und viele kleine Details. Die Modelle der Spieler und Kreaturen machten einen guten Eindruck.

Die Steuerung ist zu beginn sehr ungewohnt. Ohne eine wirkliche Übersicht über die verschiedenen Fähigkeiten und Aktionen ist man schnell verloren. Hier wäre eine Erklärung zu den einzelnen Skills und Aktionen, sowie deren Voraussetzung, hilfreich gewesen. Jedoch könnte dies auch dem Umstand der Präsentation geschuldet sein. Wir sind direkt in das Spiel eingestiegen. Ein weiteres cooles Feature: Zwar können wir einen Blick auf die Karte der Region werfen, unsere Position suchen wir auf der selbigen jedoch vergebens. Wir müssen uns also an markanten Punkten in der Umgebung orientieren und unseren Aufenthaltsort selbst bestimmen.

Outward soll am 12. Februar 2019 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

Fazit:
Das kanadische Nine Dots Studio verabschiedet sich mit Outward von vielen Genre-typischen Strukturen und Normen. Das erfrischende Kampfsystem und die dynamischen Niederlage-Szenarios stechen besonders hervor. Das permanente Speichern des Fortschritts sorgt für eine überlegte und gut durchdachte Spielweise. Grafisch überzeugt der Titel durch schöne Modelle und eine ansehnliche Landschaft. Auch wenn letztere im Hands-on etwas leer wirkte. Der lokale Koop-Modus ist ein netter Zusatz und bei derartigen Spielen nicht immer selbstverständlich. Einzig die Steuerung muss bis zum Release noch ein wenig überarbeitet werden.

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