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A story about love

Könnt ihr euch noch an euer erstes Mal erinnern? Mit Sicherheit! Ich erinnere mich noch, als wäre es erst gestern gewesen. Es geschah am 22. September 1993. Ich wusste schon in den frühen Morgenstunden, dass es heute passieren würde. Ich war mir zwar nicht sicher, wie es sich anfühlen würde, doch ich war versessen darauf, es herauszufinden. Schon so lange hatte ich auf diesen einen Augenblick gewartet – ich sehnte mich so sehr danach. Mein Zimmer verließ ich ganz leise und ich war sichtlich nervös. Ganz langsam schlich ich mich durch unsere Wohnung, um nachzusehen, ob ich ungestört war. Ich überprüfte das Wohnzimmer, es war niemand da. Ich wagte einen Blick in die Küche, die ebenfalls leer war. Anscheinend waren meine Eltern einkaufen gegangen. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass sie tatsächlich weggefahren waren, da das Auto nicht in der Einfahrt stand.

Selbstzweifel kamen auf. Ich fragte mich, ob ich das wirklich machen sollte. Ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht, was danach sein würde. Wie würde ich mich fühlen? Was würden meine Eltern von mir denken? Zu diesem Zeitpunkt bemerkte ich, dass mein Verlangen größer war als meine Vernunft. Ich war entschlossen es zu tun, obwohl ich noch so jung war. Irgendwann würde es schließlich sowieso passieren.

Ein komisches Gefühl in der Magengegend machte sich breit und gleichzeitig war ich aufgeregt wie noch nie zuvor. Es war so spannend! Ich konnte es kaum abwarten. Ich habe an einen Kumpel gedacht, der es schon vor einiger Zeit ausprobiert hat und davon begeistert war. Er erzählte mir fast jedes Mal davon, wenn ich ihn traf. Es fühlt sich so gut und es ist ja auch nichts schlimmes, sagte er. Nur zu oft soll er es nicht tun, haben ihm seine Eltern gesagt. Da ich eher der verschlossene Junge war, konnte ich mit meinen Eltern kaum über dieses Thema reden. Wieso auch? Sie haben für so etwas eh kein Verständnis. Ich fand es gemein, dass mein Kumpel vor mir die Möglichkeit hatte, Spaß daran zu haben und ich erst jetzt an der Reihe war.

Ich nahm allen Mut zusammen und legte los. Ich versuchte ganz cool zu wirken, doch die Aufregung stand mir ins Gesicht geschrieben. Ich musste sie jetzt zu mir holen. Ganz langsam ging ich zu ihr. Als ich sie sah, wurde mir ganz anders. Ich fühlte mich so gut, sie strahlte mich an und ich wusste, es war das Richtige es zu tun! Ich packte sie und schlich mich mit ihr durch die Wohnung. Nachdem wir mein Zimmer erreicht hatten, warf ich sie auf das Bett. Sie lag ganz ruhig da und sah so verführerisch gut aus. Ich konnte es kaum glauben, dass ich es gleich tun würde. Ich war so aufgeregt, aber wer wäre das bei diesem Anblick nicht? Tausend Dinge schossen mir durch den Kopf. Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Auf alle Fälle musste ich jetzt handeln, ich war so kurz davor und wollte keinen Rückzieher machen. Ich konnte mein Glück kaum fassen.

Ich spürte Schweißperlen auf meiner Stirn und meine Hände zitterten. Trotzdem habe ich es getan. Ich packte ihn aus und sie fing an zu schreien! Die Rede ist von meiner Mutter, die in mein Zimmer gestürmt kam und mich dabei erwischte, wie ich ihn herausholte. Sie schrie mich an und sagte, dass ich mich schämen soll. Ich konnte sie ja auf gewisse Art und Weise verstehen, schließlich hatte ich mir einen Tag vor meinem siebten Geburtstag unerlaubterweise die Packung mit dem GameBoy – den sie mir schenken wollte – gekrallt, nur um verfrüht in den Genuss von Super Mario, Tetris und Co. zu kommen.

Tja, verbotene Früchte sind eben doch die besten!


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