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Vorschau zu Train Simulator 2014: Die Rebellen fahren Zug!

Train Simulator 2014

Wir waren auf der Gamescom 2013 gerade auf dem Weg zu einer Präsentation im Business-Bereich, als wir mit der Frage „Habt ihr Lust auf eine Zugfahrt?“ angesprochen wurden. Da wir noch genügend Zeit hatten, begaben wir uns auf ein für uns bisher unbekanntes Terrain, die Welt der Zug-Simulationen.

Zwei Entwickler des Entwicklerstudios RailSimulator waren vor Ort und gaben uns anhand einer 10-minütigen Live-Demo einen ersten Einblick zum kommenden Spiel Train Simulator 2014.

Wir konnten einen ersten Blick auf die neue Benutzeroberfläche werfen, welche deutlich anwenderfreundlicher und übersichtlicher als beim TS 2013 ist. Außerdem gibt es nun einen Karrieremodus, der den Spielern den Fortschritt anhand von gesammelten Punkten und Belohnungen wie Medaillen darstellt.

Train Simulator 2014 1

Danach konnten wir direkt die Zugfahrt von München nach Augsburg begutachten. Auffällig waren vor allem einige nette Effekte, wie beispielweise neue Kamerasysteme, Scheinwerfer und Scheibenwischer. Man hat die Auswahl zwischen verschiedenen Ansichten. So kann man entweder direkt einen Blick aus dem Cockpit werfen, oder einen Platz in einem der Zugabteile einnehmen.

Train Simulator 2014 2

Der Train Simulator 2014 erlaubt es Spielern Züge mit bis zu 300 km/h zu steuern. Die verfügbaren Strecken sind bis zu 200 Kilometer lang und über den ganzen Globus verteilt. Spieler können sich über den Steam-Workshop eigene Strecken bauen und diese anderen Spielern zur Verfügung stellen. Der TS 2014 ist darüber hinaus mit mehr als 100 bereits existierenden Lokomotiven und Routen kompatibel. Das Spiel wird für den PC am 26. September 2013 im Handel erscheinen. Es wird aber auch eine Download-Version über Steam geben. Wer schon Besitzer des Train Simulators 2013 ist, erhält das Update kostenlos. Mit der Veröffentlichung des TS 2014 erfolgt ein automatischer Download der neuen Technologie des TS 2014.

Nachfolgend findet ihr nun noch ein Interview mit dem Spieleentwickler Alan Thomas, der vier Tage von Hamburg nach Hannover fährt. Alan Thomas ist Eisenbahnliebhaber und Spieleentwickler. Seit vier Jahren arbeitet er für Railsimulator.com und designte zu Beginn ausschließlich Lokomotiven und Routen. Heute ist er außerdem für das schottische Entwicklungsstudio in Stirling verantwortlich. Er und sein Team haben den Train Simulator entwickelt und verbessern diesen ständig weiter. Welche Herausforderungen und Meilensteine es bei der Entwicklung der ab sofort erhältlichen Route Hamburg–Hannover gab, erzählte der 44-Jährige im Interview.

Was waren die ersten Schritte, bevor das Projekt gestartet werden konnte?
Recherche, Recherche, Recherche. Wir mussten sehr viel über die Strecke lernen, um so eine komplexe Abbildung programmieren zu können. Dazu gehört unter anderem, das Signalsystem zu verstehen, die verbindenden Elemente zu produzieren und alles in den Entwicklungsplan zu integrieren. Auch weniger aufregende Aufgaben wie die Budgetierung und die Festlegung von Meilensteinen und Lieferterminen gehören dazu.

Um diese Route nachzubilden, musste sich das Entwicklungsteam gut auskennen. Wie oft haben Sie die Strecke bereist, um einen guten Überblick zu bekommen?
Ende Januar dieses Jahres bin ich nach Deutschland gefahren, um die Strecke zu begutachten. Die Strecke wirklich selbst gefahren zu sein, ist für mich ganz wichtig. Natürlich kommen auch Recherchen aus Büchern und dem Internet dazu. Aber die Realität zu erleben, erleichtert die Umsetzung und führt zu einem nahezu realistischen Ergebnis. Ganze vier Tage habe ich auf der Strecke verbracht und so viele Bahnhöfe besucht, wie möglich. So konnte ich mir ein gutes Bild machen. Insgesamt sind auf der Reise mehr als 2.000 Fotos entstanden. Hinzu kamen hunderte von Skizzen und Informationen. Das Team hat diese Informationen ausgewertet und zusätzlich mit Informationen aus dem Internet abgeglichen.

Wie lange dauerte es, eine Route wie Hamburg–Hannover zu kreieren?
Das Entwicklungsteam in Stirling hat 91 Wochen an der Realisation gearbeitet. Sechs Spieleentwickler teilten sich die Aufgaben in den Bereichen 3D-Grafik und Umgebungsdesign. Letzteres umfasst auch die Programmierung von Szenarien und Spezialaufgaben innerhalb des Spiels. Ich persönlich habe mich um das Projektmanagement gekümmert und die Strecken, Signale und Oberleitungen gestaltet.

Was war die schwierigste Aufgabe bei diesem Projekt?
Ich denke, das Schwierigste war, den alles übergreifenden Maßstab der Route zu entwickeln. Ob wir über die Hauptbahnhöfe sprechen oder den Rangierbahnhof in Maschen: Hier ist einfach alles groß. Jedes Detail muss sorgfältig geplant und erfasst werden. Dabei haben wir den Anspruch an eine hohe Qualität, was das Modellieren aller Elemente betrifft. Für mich persönlich war die größte Herausforderung, den Hamburger Hauptbahnhof zu modellieren. Schließlich handelt es sich hierbei um den zweitgrößten Bahnhof in Europa.

Train Simulator 2014 3

Gab es einen überraschenden Aspekt in diesem Projekt?
Gleich zu Beginn der Projektklärung, waren wir alle über die Komplexität des Signalsystems dieser Route überrascht. Weil hier so viele Verkehrsbewegungen stattfinden, ist es in der Realität so, dass es in beiden Richtungen – meistens sogar auf allen Gleisen – Signalmeldungen gibt.

Und was war für Sie persönlich das Faszinierendste bei der Spielentwicklung?
Mich hat die Ingenieurtätigkeit, gerade im Bereich des Bauwesens, schon immer fasziniert. Und wenn es mir gelingt, die Gleise bei sich neigendem oder steigendem Gelände zu synchronisieren, dann bringt mich das zu einem sehr zufriedenen Lächeln. Manchmal arbeitet man mit den recherchierten Gefälledaten und konstruiert eine 30 Kilometer lange Gleisstrecke. Am Ende der Aufgabe stellt man dann fest, dass man im Spiel nur wenige Zentimeter weit gekommen ist. Das zeigt schon, wie exakt der Simulator die Realität abbildet.

Die Deutsche Bahn hat ein Problem mit der Pünktlichkeit. Beziehen Sie sich in irgendeiner Form auf diese Tatsache?
Wir haben natürlich Aufgaben und Probleme in die Route eingearbeitet, die für die Spieler ziemlich herausfordernd sind. Dazu gehört auch, mit engen Zeitplänen klarzukommen. Vielleicht finden ja die Spieler eine gute Lösung für dieses Problem.

httpv://youtu.be/l6z1B1Y25ew

Unser Fazit:
Es war sehr faszinierend, erstmals einen Blick in die Welt der Zugsimulationen zu werfen. Die neueste Version dürfte aber vor allem für Fans der Serie ein Meilenstein sein!

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