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Call of Duty: Ghosts im Test – Aliens, Geister und jede Menge Action

Call of Duty Ghosts

Wieder ein Jahr geht zu Ende und so regelmäßig wie wir jedes Jahr im Dezember Weihnachten feiern, so sicher erscheint im November ein neuer Teil der Call of Duty-Reihe. Dieses Jahr ist wieder Entwickler Infinity Ward an der Reihe, der Call of Duty durch die Modern Warfare-Spiele auf ein neues Level gebracht hat. Nun steht Call of Duty: Ghosts in den Startlöchern und soll mit einer weiterentwickelten Engine und einer packenden Story für frischen Wind und den Start in die nächste Konsolengeneration sorgen. In unserem Test erfahrt ihr nun, wie viel Neues wirklich in dem Game steckt.

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Für die Story des Spiels wurde Hollywood-Drehbuchautor Stephen Gaghan engagiert, der unter anderem für die Drehbücher von Filmen wie Traffic – Macht des Kartels und Syriana verantwortlich ist. Gaghan weiß also wie man packende Thriller schreibt, für Traffic erhielt er sogar den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch – also beste Voraussetzungen für eine packende Geschichte in Call of Duty: Ghosts. Spieler und Tester haben bei den Vorgänger oft den fehlenden Tiefgang der Story kritisiert, die durch die gebotene Action oft etwas unterging.

In Ghosts spielen nun zwei Brüder die Hauptrolle. Diese finden sich in einem Amerika wieder, das durch einen Terroranschlag zerstört wurde. Die Föderation – der neue Gegner im Spiel – hat nun die Macht und es bildet sich ein Widerstand mit ehemaligen Mitgliedern des Militärs, um der Föderation das Handwerk zu legen. Natürlich ist auch die Namen gebende Ghost-Einheit mit an Bord, die man im Laufe des Spiels trifft und der man sich dann auch anschließt.

Der Zwischenfall, der Amerika als Weltmacht ablöste, war ein Angriff der Föderation auf den Satelliten Odin der USA. Eigentlich sollte zwischen beiden Parteien Waffenstillstand herrschen, doch die Föderation hat sich darüber hinweg gesetzt. Die Föderation schafft es mit den Waffen des Satelliten mehrere Ziele der USA zu attackieren, bevor dieser von einem Astronauten deaktiviert werden kann.

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Neu ist, dass man nicht mehr als allmächtiger Supersoldat der USA unterwegs ist, wie dies so oft in den CoD-Spielen der Fall war. Somit hat man keine Armee im Rücken und kann nicht unzählige Luftschläge anfordern, sondern ist mehr oder weniger auf sich und sein Team gestellt. Dieses Mal hat man auch keine futuristischen Waffen oder Ausrüstung im Gepäck, im Gegensatz zu eurem Feind, der sein Arsenal stetig weiterentwickelt. Somit ist man nicht mehr der knallharte Typ mit unendlichen Ressourcen – das finden wir gut.

Das Team setzt sich aus einigen neuen Charakteren und einem Hund zusammen. Der Hund agiert selbständig und kann Sprengfallen entdecken oder Gegner ausschalten. Mithilfe des Motion-Capture Verfahrens wurde ein echter Navy SEAL-Hund ins Spiel integriert. Activision versprach, dass man im Laufe des Spiels eine enge emotionale Bindung zu seinem vierbeinigen Begleiter aufbaut. Riley wächst euch mit der Zeit wirklich etwas an Herz, außer ihr habt generell eine Abenigung gegen Hunde oder Tiere. Das Spiel fokussiert sich aber nicht auf den Vierbeiner und in der zweiten Hälfte des Spiels ist er auch weniger präsent.

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Da Call of Duty: Ghosts auch für die Next-Gen Konsolen Xbox One und PlayStation 4 erscheint, entschieden sich die Entwickler für ein größeres Upgrade der Engine von Black Ops 2. Eine komplette Neuentwicklung einer Engine fand also nicht statt, obwohl dies anfangs von Activision so angepriesen wurde. Ein neues Feature namens Sub-D ermöglichte den Entwickler mehr Polygone für Charakteren, Waffen und Umgebungen zu verwenden. Damit sieht man nun beispielsweise kleine Narben an der Schnauze des Hundes oder Tattoos am Ohr. Auch die gesamten Charaktermodelle sind deutlich detaillierter, dies sieht man zum Beispiel an den Armen und Händen, die man immer im Blickfeld hat. Auch dort sind nun Haare, Wunden und Dreck unter den Fingernägeln erkennbar. Durch neue Licht-, Wasser- und Partikeleffekte wirken die Levels viel dynamischer und atmosphärischer. So strahlt das Licht durch Baumkronen und spiegelt sich in einem Fluss wieder. Am Flussufer liegen Steine und Felswände, die nun in 3D dargestellt und berechnet werden. In den vorherigen Teilen wurden flache Texturen verwendet, die natürlich nicht so hübsch sind. Die Xbox One-Version von Call of Duty: Ghosts wird nativ in 720 laufen, während die PS4-Version in 1080p „Full HD“ läuft. Auf beiden Konsolen soll das Spiel durchgehend mit 60 FPS (Frames pro Sekunde) laufen.

Die getestete PC-Version benötigt mindestens folgende Systemvoraussetzungen:

Betriebssystem: Windows 7 64-Bit / Windows 8 64-Bit
CPU: Intel Core 2 Duo E8200 2.66 GHz / AMD Phenom X3 8750 2.4 GHz oder besser
Arbeitsspeicher: 6 GB RAM
Freier Festplattenspeicher: 40 GB
Video: NVIDIA GeForce GTS 450 / ATI Radeon HD 5870 oder besser
Sound: 100% DirectX 9.0c kompatible 16-bit Soundkarte
Internet: Breitband-Internetverbindung für Steam und Online Multiplayer.

Durch neue Bewegungsabläufe wirken Bewegungen realistischer und sorgen für mehr Dynamik im Spiel. So kann man aus dem Sprint mit einem Slide zur liegenden Position wechseln, um für Gegner ein kleineres Ziel abzugeben. Hindernisse können mit einer Animation überquert werden, wie man dies auch aus Battlefield 3 und 4 kennt. Außerdem kann man sich endlich wieder aus der Deckung lehnen, um den Feind unter Beschuss zu nehmen.

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So schön die neue Engine von Infinity Ward auch ist, einen Meilenstein im Vergleich zu anderen Spielen braucht man nicht zu erwarten. Die Grafikqualität von Crysis 3 oder Battlefield 4 liegt deutlich über der von Call of Duty: Ghosts, dennoch wurde mit dem Grafik-Update ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Die Missionen des Spiels sorgen dank zahlreicher, unterschiedlicher Szenarien für Abwechslung. So streift man in der Mission “No Mans Land” mit seinem Hund “Riley” durch das verwilderte Umland von San Diego, das von unregelmäßigen Erdbeben heimgesucht wird und ganze Gebäudekomplexe zerstört. Der Hund ist in dieser Mission mit einer Kamera am Rücken ausgestattet und lässt sich durch Sprachbefehle oder auch direkt steuern. Die Mission “Federation Day” handelt in Venezuela, dort muss man sich von einem Wolkenkratzer abseilen und zu einem Rechenzentrum gelangen, in dem man die Stromversorgung deaktivieren soll. In “Into The Deep” ist man – wie der Name schon verrät – unter Wasser unterwegs. Dort muss man als Kampftaucher mit Unterwassergewehr ein U-Boot ausschalten. Für spielerische Abwechslung ist also gesorgt! Leider benötigt man nur knapp 5-6 Stunden um die Kampagne im normalen Schwierigkeitsgrad zu beenden.

Die künstliche Intelligenz der Gegner lässt – wie wir es auch aus den Vorgängern kennen – ebenfalls stark zu wünschen übrig. Die Feinde hören oft keine Schüsse und schöpfen beim Vorbeigehen an toten Kollegen keinen Verdacht. In vielen Szenen suchen die Gegner auch keine Deckung, sondern ballern weiter auf euch ein. Infinity Ward setzt auch wieder auf das altbekannte lineare Shooter-Setting, große Innovationen im Gameplay sucht man vergebens.

Für viele Käufer von Call of Duty: Ghosts ist aber die Einzelspieler-Kampagne nur eine nette Dreingabe, da der Multiplayer-Modus seit Jahren unzählige Fans für sich gewonnen hat. Hier hat sich einiges getan, unter anderem durch die bereits oben erwähnten Bewegungsabläufe. Durch das Lehnen aus der Deckung bietet man ein kleineres Ziel für seine Gegner und durch das Rutschen kann man gegnerischerem Beschuss schnell ausweichen.

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Die Multiplayer-Karten verfügen über dynamische Events, die den Spielverlauf beeinflussen – man denke an das „Levolution“-Feature von Battlefield 4. Manche Ereignisse wie etwa Erdbeben werden automatisch ausgelöst und verändern das Terrain, oder eine Flutwelle füllt bestimmte Stellen der Karte mit Wasser. Kleinere Ereignisse hingegen können vom Spieler selbst – beispielsweise durch gelegte Sprengfallen – ausgelöst werden. Auf diese Weise kann man Wege blockieren oder gewisse Objekte für den Rest der Runde zerstören.

Mit einem neuen erweiterten Editor kann man nun seinen Multiplayer-Charakter deutlich besser den eigenen Bedürfnissen anpassen. So kann man seine Waffen, den Körper, das Gesicht und die restliche Ausrüstung ändern. Durch die diversen Anpassungen kann man sich so am Schlachtfeld von anderen Spielern abheben. Eine besondere Neuerung ist auch, dass man erstmals einen weiblichen Charakter erstellen kann.

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Ein neues Perk-System ist auch mit an Bord. Jeder Perk hat einen Wert von 1 bis 5 und man kann insgesamt 8 Punkte verteilen. So kann man beispielsweise vier Perks mit jeweils zwei Punkten oder acht Perks mit jeweils einem Punkt zuordnen. Wer sich von seiner zweiten Waffen verabschiedet, kann bis zu 11 Perks verteilen.

Auch 20 neue Kill Streaks wie Juggernaut Maniac, Helo-Scout, Vulture und der ODIN Strike sind verfügbar. Man kann auch den Hund Riley aus der Singleplayer-Kampagne rufen, der vor Gegnern in der Nähe warnt und diese angreift, falls sie zu nahe kommen.

Zu den enthalten Spielmodi zählen die altbekannten Free For All, Team-Deathmatch, Search & Destroy, Domination und Kill Confirmed, sowie insgesamt sieben neue wie Grind, Blitz, Infected, Hunted, Search & Rescue sowie Cranked.

Cranked ist eine Abwandlung von Team-Deathmatch. Hier verbessert man die Beweglichkeit und Geschwindigkeit des Spielers mit jedem Kill. Jedoch verbrennt man, wenn man nicht in einer bestimmten Zeit den nächsten Gegner besiegt.

In Search & Rescue kann man Spieler wiederbeleben, wenn man deren Dog-Tags einsammelt. Schafft es ein Spieler aus dem gegnerischen Team die eigene Erkennungsmarke zu sammeln, ist man aus dem Spiel.

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Durch die neu eingeführten Squads kann man als Spieler sein eigenes Squad – bestehend aus einer Gruppe von Soldaten mit unterschiedlichen Perks und Loadouts – erstellen. Dieses Squad levelt auf und sammelt Erfahrungspunkte durch die verschiedenen Squad-basierten Multiplayer-Modi. Man kann entweder alleine gegen einen anderen Spieler mit seinem Squad antreten, oder kooperativ mit einem Freund gegen ein computergesteuertes Squad. Dort erhaltene Erfahrungspunkte können auch im normalen Multiplayer verwendet werden.

Es gibt vier Spielmodi, die für Squads ausgelegt sind: Wargame, Squad vs. Squad, Squad Assault und Safeguard. In Wargame kann man alleine oder mit bis zu fünf Freunden gegen ein Squad aus Bots in den Spielmodi Team Deathmatch, Domination und Search & Rescue antreten. Hier kann man perfekt für den Online Multiplayer trainieren.

Bei Squad vs. Squad tritt man mit seinem Squad gegen andere Squads an. Durch Matchmaking werden Spieler mit gleichem Skill Level gesucht und man kämpft in den Modi Domination, Team Deathmatch, Kill Confirmed oder Blitz.

In Squad Assault treten zwei Spieler gemeinsam mit KI-Kameraden gegeneinander an. Im Modus Safeguard spielt man kooperativ in einer Gruppe von vier Soldaten gegen Wellen von Feinden.

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Außerdem gibt es den neu eingeführten Extinction-Modus – einen komplett neuen 4-Spieler Koop-Modus. Hier muss man gemeinsam Angriffe von Alien-Horden überleben, dazu muss man eine Basis verteidigen. Es stehen vier Klassen zur Verfügung: Tank, Weapon Specialist, Engineer und Medic.

So gibt es den Tank, der 25 Prozent mehr Lebenspunkte als die anderen Klassen hat. Damit kann man mit dieser Klassee deutlich aggressiver vorgehen. Durch einen Level Aufstieg werden zudem seine Lebenspunkte schneller generiert. Der Weapon Specialist kann 20 Prozent mehr Schaden austeilen, im Vergleich zu den anderen Klassen. Damit ist sein Ziel, so viele Aliens wie möglich zu töten. Als Medic kann man gefallene Spieler schneller wiederbeleben und durch einen Level Aufstieg schnellere Bewegungs- und Heilungsfähigkeiten aktivieren.

Mit den Clan Wars ist ein neuer 24/7 Spielmodus enthalten, bei dem mehrere Clans mit vergleichbaren Skillpunkten zwei Wochen lang um Gebiete auf einer Karte kämpfen. Als Belohnung gibt es zusätzliche Erfahrungspunkte und Spielinhalte. Clans können plattformunabhängig gegeneinander antreten, egal ob man auf Xbox, PlayStation oder PC spielt.

Call of Duty Ghosts App

Mit der kostenlosen Call of Duty Companion App erhält man einige der beliebtesten Features von Call of Duty® Elite. So kann man seinen Karriere Status verfolgen und seine Statistiken mit denen von Freunden oder Rivalen vergleichen. Mit dem Clan Chat kann man mit seinen Freunden und Clan-Mitgliedern in Kontakt bleiben. Durch das Second Screen-Feature darf man sein Squad vor dem Match editieren und im Spiel sein Loadout für das nächste Match anpassen.

Call of Duty: Ghosts ist für PC, PS3, Xbox 360 und Wii U erhältlich. Die Versionen für die Xbox One und die PS4 folgen zum Release der jeweiligen Konsolen.

httpv://youtu.be/2Ohd2RFV4Kw

Unser Fazit:
Call of Duty: Ghosts brennt in der Einzelspieler-Kampagne wieder ein bombastisches Action-Feuerwerk ab. Durch die überarbeitete Engine hat die Grafik einen großen Sprung nach vorne gemacht, kann aber nicht mit Spielen wie Crysis 3 oder Battlefield 4 mithalten. Die Kampagne ist sehr unterhaltsam, große Innovationen sucht man aber vergebens. Lineare Levels und doofe Gegner sind wieder mit an Bord, das ist nicht Next-Gen. Im Multiplayer-Modus trumpft das Spiel durch die vielen Spielmodi und Neuerungen voll auf. Hier gibt es eigentlich nix zu meckern und wer mehr Fahrzeuge und größere Maps will, der muss sowieso Battlefield spielen.

Unsere Wertung:Call of Duty: Ghosts Wertung

Ein Kommentar

Antworten
  1. Hi da, schöne, ausführliche Review! Neben der üblichen Mechaniken und Gegnerwellen gibt’s scheinbar noch einen anderen Punkt der nicht next-gen ist – die Story!! Die erinnert eher an das unsägliche “Conflict: Denied Ops”, heldenfafte US Elitekämpfer gegen fiese Südamerikaner.

  2. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin ob es sich lohnt ein Spiel zu kaufen und dann im Internet eine detaillierte, umfangreiche und professionelle Seite finde wo alle Fragen erläutert sind freue ich mich jedes mal! Dass sich jemand die Mühe macht, ein Spiel ausgiebig zu testen und seine Erfahrungen mit FREMDEN im Internet teilt finde ich spitze.
    Jetzt weiß ich, dass es sich lohnt. Vielen Dank dafür.
    Zu “Besserwissern” wie Joker und Dominik Schnee kann ich nur eines sagen…ADHS.

  3. joker

    Naja da hat ein tester ja mal wieder das call of duyt fanboy gen.
    8.7 Für ein spiel das zu 98% mit Black obs 2 identisch ist.

    Die Engine basiert auf der von Black Ops 2, ansonsten unterscheidet sich Ghosts doch in mehreren Punkten. Der Extinction-Modus, die Companion App, der Hund Riley, weniger spielbare Protagonisten sind nur ein paar Abweichungen.

  4. Dominik Schnee

    Naja, das es sich um keine komplett neu entwickelte Engine handelt, sonder um eine aufgehübschte alte, sollte mittlerweile eigentlich jeder Leie mitgekriegt haben!

    Hallo Dominik, ich habe dies im Test angepasst, da hast du natürlich vollkommen Recht. Es ist nur eine überarbeite Version der Engine von Black Ops 2. Vielen Dank für das Feedback!

  5. Naja, das es sich um keine komplett neu entwickelte Engine handelt, sonder um eine aufgehübschte alte, sollte mittlerweile eigentlich jeder Leie mitgekriegt haben!

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