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Companion-Apps: Wie sinnvoll ist der Einsatz des Second Screens eigentlich?

Spätestens seit der Einführung der PS4 und der Xbox One gehört es anscheinend zum guten Ton, zu jedem AAA-Titel eine Companion App an den Start zu bringen. Aber wie sinnvoll ist der Einsatz dieser Begleit-Apps eigentlich? Und lohnt sich für manche Apps sogar die Anschaffung eines Tablets oder Smartphones?

Die Idee, Spiele durch Second Screens zu ergänzen, ist nicht neu. Ich erinnere mich noch gut daran, als damals angekündigt wurde, dass der GameBoy Advance als Zusatz-Gadget für Splinter Cell auf dem GameCube eingesetzt werden könne. Auf dem GameBoy Advance konnte man schon damals auf eine erweiterte Karte des Spiels zugreifen, die für den nötigen Überblick sorgen sollte. Ich fand die Idee super interessant und spielte sogar mit dem Gedanken, mir eine Apparatur zu bauen, mit der ich mir den GameBoy Advance um den Arm schnallen hätte können, schließlich hatte ja auch Sam Fisher einen Mini-Computer am Arm. Das war cool. Dennoch habe ich die Idee wieder verworfen. Zu viel Arbeit.

Die Zusatzfunktionen des GBA habe ich aber natürlich ausprobiert. Und ja, es hat funktioniert. Die Karte auf dem GBA war etwas größer und übersichtlicher. Aber so wirklich sinnvoll fühlte sich das Ganze nicht an. Es störte mich, immer vom Fernseher wegsehen zu müssen. Das fühlte sich dann immer so an, als würde man Sam vollkommen schutzlos zurücklassen, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Sekunden, die jedoch über das virtuelle Leben und den virtuellen Tod entscheiden können. Lange Rede kurzer Sinn: Schon damals war die Idee des Second Screens für Videospiele cool, aber nur bedingt sinnvoll. Heute bieten die Apps – bedingt durch die fette Hardware-Power aktueller Smartphones – ein paar wirklich nützliche Funktionen.

Destiny App

Bestes Beispiel hierfür ist die Companion-App für Destiny. Mit dieser App kann man nicht nur auf zahlreiche Spielstatistiken zugreifen und seinen Hüter dank eines schicken 3D-Modells bewundern, sondern auch Items zwischen Charakteren tauschen, was im Spiel leider nur umständlich mit einer Reise zur Bank möglich ist. Und dies frisst Zeit und nervt. Der Einsatz der App ist hier sinnvoll. Aber auch nur, weil es die Entwickler versäumt haben, eine Funktion ins Spiel zu integrieren, die den direkten Item-Tausch ermöglicht. Somit könnte man dieses Item-Tausch-Feature der Companion-App auch als notwendiges Übel bezeichnen, um sich das virtuelle Leben etwas angenehmer zu gestalten. Das tun wir hier aber natürlich nicht. Niemals.

Battlefield 4 Commander App

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt EA mit der Battlefield 4 Commander-App. Diese App ermöglicht eine komplett neue Spielweise. Als Commander hat man hier eine Übersichtskarte vor sich, die es einem erlaubt, Truppen zu koordinieren und diese durch Befehle und Raketenangriffe direkt zu unterstützen. Die Idee ist super, die Umsetzung ist nett, aber der Spielspaß hält sich – zumindest im Vergleich zum eigentlichen Spiel – in Grenzen. Aber auch hier gilt wieder: Eine coole Sache für Hardcore-Fans, die auch Abends vor dem Fernseher nicht auf BF4 verzichten möchten. Für diese App eignet sich ein normales Smartphone jedoch nur bedingt. Empfehlenswert ist hier ein Tablet mit einem großen Display. Hier eignet sich beispielsweise das Galaxy Tab 4. Auf dem 10,1-Zoll-Display können alle Inhalte übersichtlich und klar dargestellt werden.

GTA V iFruit

Eine App, die ich persönlich relativ häufig genutzt habe, ist die iFruit-App, die das Spielerlebnis von GTA 5 auf kreative Weise erweitert. Hier wird genau das geboten, was ich mir von einer Companion-App wünsche: Features, die man für das eigentliche Spiel nicht unbedingt braucht, die unabhängig vom Hauptspiel funktionieren und die es mir erlauben, auch unterwegs etwas in die GTA-Welt eintauchen zu können. So kann man mit der iFruit-App beispielsweise den Ingame-Hund Chop wie ein Tamagotchi füttern und trainieren. Belohnt wird man mit neuen Tricks, die uns der Kläffer dann im Hauptspiel vorführen kann. Coole Sache.

Assassins Creed Unity App

Nicht ganz so gut machte es da die Begleit-App zu Assassin’s Creed: Unity. Diese App bietet zwar zahlreiche Zusatz-Infos zum eigentlichen Spiel, aber sie beschränkte das Spielerlebnis leider auch etwas. Kurz nach dem Release des Spiels war es so: Man konnte mit der App bestimmte Kisten aufspüren, was noch ganz spaßig war. Jedoch musste man dann innerhalb eines bestimmten Zeitfensters diese Kiste im Spiel ausfindig machen. Hat man dies nicht geschafft – weil man vielleicht keine Zeit hatte, in besagtem Zeitfenster das Spiel zu zocken – dann war die ganze Rätselei umsonst. Mittlerweile wurde dieses Feature ausgebessert.

Also, was bleibt nun zusammenfassend zu sagen? Wie ihr den vorangegangenen Zeilen bereits entnehmen könnt, bin ich kein großer Verfechter von Companion-Apps. Trotzdem bieten einige Apps ganz nützliche Features, die man nicht unbedingt braucht, die es aber Fans ermöglichen, etwas tiefer in die Spielwelt abzutauchen – auch abseits des Hauptspiels. Und so lange die Apps kostenfrei sind, kann man sie ja ohne Reue ausprobieren.

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