Dragon Quest Builders (Switch) im Test: Nicht kleckern, Klötzchen!

Der Name Dragon Quest lässt die Herzen vieler Rollenspiel-Fans seit mehr als 30 Jahren höher schlagen. Mit Dragon Quest Builders trauten sich die Entwickler an einen, für sie neuen, Genremix aus Action-Rollenspiel und Sandbox-Spiel. Dabei erinnert die klötzchenförmige Welt stark an Minecraft. Bereits 2016 erschien der Titel für PlayStation 3, PlayStation 4 und PlayStation Vita. Ein Nachfolger wurde bereits angekündigt und der angepeilte Release ist Sommer 2018. Seit Kurzem ist Dragon Quest Builders auch für die Nintendo Switch erhältlich. Wir haben uns die Portierung für Nintendos Hybrid-Konsole genauer angeschaut. Ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Inhaltlich unterscheiden sich die Sony- und Nintendo-Versionen kaum. Besitzer der Nintendo Switch-Fassung kommen, neben kleinen Änderungen, in den Genuss eines exklusiven Reittiers. Dieses ermöglicht eine schnellere Fortbewegung. Auch auf der Switch schickt uns Dragon Quest Builders mit unserem selbst erstellten Helden in die Welt von Alefgard. Unser Ziel: Der Wiederaufbau der Siedlungen. Doch warum müssen wir die Ortschaften erneut errichten?

Nachdem der Drachenfürst wie aus dem Nichts aufgetaucht ist, hat er mit seinen Monster-Horden jede Stadt in Alefgard dem Erdboden gleichgemacht. Nun herrscht das Chaos und die verbleibenden Bewohner werden von Monstern und Krankheiten heimgesucht. Zu allem Überfluss hat der Drachenfürst den Menschen auch noch jegliche kreative und handwerkliche Kraft geraubt – einzig wir sind verschont geblieben. Deshalb reisen wir nun, in vier Kapiteln, durch Alefgard, um den Siedlungen zu altem Glanz zu verhelfen und den Bewohnern unter die Arme zu greifen.

Trotzdem gestaltet sich der Wiederaufbau nicht ganz so einfach. Schließlich müssen auch wir erst lernen, welche Materialien sich kombinieren lassen und welches Werkzeug wir dafür benötigen. Dabei stellt sich aber schnell heraus, dass der Spieler klar an die Hand genommen und geführt wird. Während man die Rohstoffe bei Minecraft im Crafting-Gitter selbst anordnen muss, reicht es bei Dragon Quest Builders die Materialien aufzusammeln. Mögliche Rezepte werden an den Werkbänken, Kochstationen und Schmelzöfen sauber aufgelistet. Das Fertigen der Gegenstände erfolgt dann einfach per Knopfdruck.

Doch nicht nur Items lassen sich anfertigen. Auch ganze Räume wollen nach Bauplan errichtet und ausgebaut werden. Die benötigten Materialien lassen sich durch das Bekämpfen von Monstern und das Zerstören der Umgebung sammeln. Dabei wird schnell klar, dass das Einsammeln von Ressourcen einer der wichtigsten Teile des Spiels ist.

Neben den Baumaterialien die man selber herstellen kann, lassen sich auch außergewöhnliche Deko-Gegenstände in den Gebäuden und Ruinen der Welt finden. Dadurch kann die eigene Siedlung optisch aufgewertet werden. Schöner Nebeneffekt: In Werkstätten, Küchen oder Laboren stellen die Bewohner eigenständig neue Items für uns her. Das ist ziemlich clever, denn so erhalten die Dorfbewohner ihre Daseinsberechtigung.

Im Gegensatz dazu entpuppt sich das Kampfsystem schnell als simples Button Mashing. Ein ausgeklügeltes Kampf- oder Level-System sucht man vergebens. Einzig und allein die Ausrüstungsgegenstände beeinflussen unsere Angriffs- und Verteidigungswerte oder liefern nützliche Vorteile. Der Rollenspiel-Anteil von Dragon Quest Builders fällt also eher mäßig aus. Dafür sind die Bosskämpfe am Ende eines Kapitels überaus spaßig und abwechslungsreich.

Weniger abwechslungsreich sind allerdings die storyrelevanten Quests. Diese umfassen beispielsweise das Bergen von neuen Bewohnern, das Errichten von bestimmten Räumen oder das Auffinden von magischen Gegenständen. Allerdings ähneln sich die Aufgaben über alle Kapitel sehr stark – etwas mehr Vielfalt hätte dem Spiel durchaus gut getan. Neben den storyrelevanten Aufgaben warten auch optionale Nebenquests in der Spielwelt darauf, von uns gelöst zu werden. Dadurch wird die fehlende Abwechslung der Hauptquests etwas ausgeglichen.

Nach dem Abschluss eines Kapitels können die kapitel-spezifischen Herausforderungen eingesehen werden. Pro Spielabschnitt möchten fünf dieser Herausforderungen von uns bewältigt werden. Damit sorgt Dragon Quest Builders für einen hohen Wiederspielwert. Durch das Bewältigen der Herausforderungen lassen sich zusätzliche Rezepte für Terra Incognita freischalten.

Terra Incognita ist ein Ort der Entspannung. Hier können wir uns nach Lust und Laune austoben. Keine Quests, keine Verpflichtungen – hier können wir unserer Kreativität im Freebuild-Modus freien Lauf lassen. Doch auch auf Terra Incognita müssen wir die benötigten Rohstoffe zuerst einsammeln. Auch das anfangs erwähnte Reittier lässt sich auf der Insel finden. Zudem stehen uns mit dem Becherungsstein und dem Beschwörungsstein zwei mächtige Blöcke zur Verfügung. Beide Steine markieren einen bestimmten Bereich in der Welt. Mit dem Becherungsstein können wir unsere eigenen Kreationen für andere Spieler bereitstellen. Der Beschwörungsstein hingegen lässt fremde Kreationen in der eigenen Welt erscheinen – von zufälligen Spielern oder von Freunden.

Durch die Möglichkeit jederzeit speichern zu können, wird Dragon Quest Builders auch für unterwegs überaus interessant. Somit lassen sich auch langweilige Bus- und Bahnfahrten in spannende Abenteuer verwandeln. Doch auch Mittagspausen lassen sich auf diese Weise versüßen. Insgesamt ist das Gameplay, trotz einiger Schwächen, sehr solide und weiß durchaus zu gefallen.

Auch technisch kann die Nintendo Switch-Version von Dragon Quest Builders mit solider Performance überzeugen. Leistungseinbrüche konnten wir nicht feststellen – egal ob im Handheld- oder Docking-Modus. Natürlich kann das Spiel grafisch nicht mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder Super Mario Odyssey mithalten. Allerdings ist das Design überaus stimmig und schön anzusehen. Dabei liegt die erreichte Grafik nahe an der PlayStation 3-Version und somit deutlich über der PlayStation Vita-Fassung. Musikalisch weiß der Titel allerdings weniger zu gefallen. Bereits nach kurzer Zeit nimmt man das seichte Gedudel im Hintergrund kaum mehr wahr. Dies ist aber nicht sehr tragisch, da man ohnehin mit dem Aufbau der Siedlung, dem Verkloppen von Monstern oder dem Erledigen von Quests beschäftigt ist.

Unser Fazit: Die Nintendo Switch-Portierung von Dragon Quest Builders kann sich, trotz einiger Schwächen, zurecht einen Platz im heimischen Software-Regal sichern. Der Mix aus Rollen- und Sandboxspiel kann mit gelungenem Gameplay, großem Spielspaß und einem hohen Wiederspielwert punkten. Die Defizite der Storyquests werden durch abwechslungsreiche Bosskämpfe und optionale Nebenquests sauber ausgeglichen. Abgerundet wird das Ganze durch den Freebuild-Modus auf der Insel Terra Incognita.

Dragon Quest Builders macht auf jeden Fall Lust auf den kommenden zweiten Teil. Wir können eine klare Kaufempfehlung für alle Nintendo Switch-Besitzer aussprechen, die den Titel bisher nicht auf den Konsolen aus dem Hause Sony genießen konnten.

Wertung: (4,2 / 5)

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