Dark Souls Remastered im Test – Perfekt für Einsteiger

Seitdem ich über Videospiele schreibe, lassen mich Remasters nicht in Ruhe. Es ist einfach toll, wenn verstaubte Klassiker in neuem Licht erstrahlen. Gleichzeitig haben Remasters immer einen fiesen Nebengeschmack von geldgierigen Schlipsträgern, die noch etwas Geld aus unserer Nostalgie pressen wollen.

Dark Souls Remastered könnte in beide Richtungen gehen. Das ursprüngliche Dark Souls zumindest hat einen festen Platz in meinem Rollenspieler-Herz und gilt nicht ohne Grund als der Höhepunkt der gesamten Reihe. Ob die Neuerungen im Jahr 2018 aber wirklich sinnvoll sind und warum ein drei Jahre alter Community-Mod der größte Kritikpunkt am Remaster ist – das und mehr klärt der Test.

Wer Dark Souls vor etwa vier Jahren auf dem PC gespielt hat, der kennt vermutlich die unscheinbar benannte Modifikation “DSfix” von Modder Durante. Erst dieser Community-Patch machte den PC-Port spielbar: Der ursprüngliche Release war auf 30FPS begrenzt, Kantenglättung war keine Option und die Auflösung war nicht änderbar. Besonders für die anspruchsvolle PC-Community absolut unhaltbar. Dem Fix von Durante zu Dank konnte man Dark Souls nun aber auch auf dem PC genießen – in Full HD, mit 60 FPS und Anti-Aliasing.

Nun verspricht Dark Souls Remastered flüssige 60 Bilder pro Sekunde, ein mögliche 4K-Auflösung auf PC und Konsolen und ein verbessertes Online-Erlebnis dank dedizierter Server (anstatt der klapprigen P2P-Verbindungen des Originals). All das ist eine großartige Entwicklung und das Make-Over, das Dark Souls mindestens verdient. Das Problem am Remaster bleibt aber, dass es relativ wenig aus eigener Kraft erreicht.

Das Ergebnis der Verbesserungen ist direkt zum Spielstart sichtbar: Die Umgebungstexturen sind zugegebenermaßen relativ schlammig geblieben, aber der Spielfigur wurden definitiv ein paar zusätzliche Pixel verpasst, die Bildrate ist butterweich und das Spiel läuft flüssig – was gerade bei dem hektischen und bewegungsintensiven Gameplay von Dark Souls extrem wichtig ist. Hier geht es vor allem im PvP teilweise um pixelgenaue Hitboxen, bei denen jeder Lag, jede Ungenauigkeit und natürlich jeder FPS-Drop den sicheren Tod bedeuten. Wer Dark Souls also das erste Mal spielt, dem sei das Remaster uneingeschränkt empfohlen, denn es macht Dark Souls so gut wie nie zuvor. Alle Änderungen sind sinnvoll und entlohnen uns Spieler für die vielen frustrierenden Stunden, die wir im ursprünglichen PC-Port ertragen mussten.

Der bittere Beigeschmack bleibt: All das hatten wir bereits vorher. Der (kostenlose) “DSfix” von Durante kommt dem (nicht kostenlosen) Dark Souls Remastered in seinen technischen und visuellen Unterschieden sehr nahe. Die Besserungen in Dark Souls Remastered beziehen sich hauptsächlich auf die Online-Strukturen. So wurde die Gesamtzahl an gleichzeitigen Spielern auf sechs angehoben oder das Sichern von Sitzungen mit einem Passwort erlaubt. Zusätzlich können wir leichter mit unseren Freunden spielen oder uns in einen neuen Deathmatch-Modus stürzen. Viele der Änderungen sind entweder Änderungen am Online-Modus oder marginale Quality of Life-Features wie die ein zusätzliches Bonfire oder die Möglichkeit, Eide an den Bonfires zu wechseln.

Aber am Ende ist das Remaster für Besitzer des ursprünglichen PC-Ports nicht umsonst, sondern bloß vergünstigt erhältlich und kostet normalerweise 39,99€ – da kann man das nur von einem faden Beigeschmack sprechen. Das ist Kritik, die von einem großen Fan der Reihe kommt und einem Neueinsteiger, für den dieses Remaster der perfekte Einstieg ist, nicht zu sehr stören dürfte.

Die beste Neuerung – und das hat auch Durante mit seiner Mod nicht geschafft – sind die behobenen FPS-Probleme im Darkroot Basin und in Blighttown. In beiden Gebieten sind die Bildraten gerne mal in den einstelligen Bereich unter 10 FPS gesunken. Wer Dark Souls kennt, der kennt vor allem Blighttown als ein sehr gefährliches, von giftigen Mücken und Heckenschützen durchflutetes Areal, in dem die krümelige Bildrate der größte Feind von allen war. Der Kracher: In all diesen Gebieten wurden diese FPS-Probleme behoben und man darf sich auf den nahenden Tod durch Vergiftung vorbereiten.

Unser Fazit:
Dark Souls Remastered bringt das Original wieder nach vorne. Keine Version des Originals ist schöner, läuft stabiler und hat einen besseren Online-Modus als Dark Souls Remastered. Besonders die Umstellung auf dedizierte Server und einige Quality of Life-Anpassungen nehmen Schwächen aus dem Original heraus und bieten gerade für Neueinsteiger eine perfekte Möglichkeit, eines der besten Rollenspiele überhaupt zu erleben, das mit seinem Schwierigkeitsgrad nicht nur Ruhm erlangt, sondern sogar ein komplett neues Genre an Videospielen begründet hat.

Fans der Reihe, die mit dem PC-Port des Originals zufrieden sind und das Spiel eher im Offline-Modus erkunden, die werden von den wichtigsten Änderungen nichts mitbekommen und auch keinen großen Unterschied zum “DSFix” bemerken. Allen anderen, Neueinsteigern und PvP-Virtuosen, sei Dark Souls Remastered ans Herz gelegt.

Wertung: (4,3 / 5)

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