Metro: Exodus in der Gamescom-Vorschau – Was taugt der neue Ableger?

Vor etwas über einem Jahr durfte man während der E3 über die Ankündigung eines neuen Ablegers der Metro-Reihe staunen, dieses Mal an der dystopischen Oberfläche statt in den feucht-kalten Winkeltunneln der Moskauer Metro. Ich war vor allem eines: sehr skeptisch. Zu waghalsig schien mir der Schritt aus der Metro in die unnachgiebige Sonne. Ja, die Angst, dass meiner heiß geliebten Metro-Reihe ein großes Faux Pas passieren konnte, war groß.

Während der diesjährigen Gamescom bot Publisher Deep Silver eine 45 minütige Hands on-Session an. Das Setting: Ein bewaldetes Gebiet an der Oberfläche, durchsetzt von anderen Überlebenden, Ruinen und mutierten Riesenbären. Zu Beginn werden wir, dem Ertrinken nahe, aus einem See gefischt und zurück gelassen. Unser Glück: Unsere Ausrüstung behalten wir. Mit einer brachialen Schrotflinte, einer flexiblen Maschinenpistole und einer leisen Armbrust dürfen wir uns Gegnern zur Wehr setzen. Ebenfalls haben wir in unserem Rucksack quasi eine tragbare Crafting-Station, mit der wir unseren Waffen neue Läufe oder Magazine verpassen oder praktische Gegenstände wie Sprengpfeile und Medikits basteln können. Dafür sammeln wir einfach in der Umgebung und von den Leichen unserer Gegner die notwendigen Zutaten. Das Kampfsystem wirkt in Summe wesentlich flexibler und runder als das der Vorgänger.

Wir können unsere Waffen besser denn je optimieren und uns alle notwendigen Gegenstände unterwegs basteln – die passenden Rohstoffe vorausgesetzt. Und das erlaubt uns, genau wie vorher auch, die Gegner entweder still und heimlich oder mit brachialer Waffengewalt auszuschalten. Neu: die Gegner können sich ergeben. Wenn sie die Waffen strecken und den Kampf beenden wollen, können wir Gnade zeigen oder sie trotzdem töten. Insgesamt hat die AI noch einige Macken und lässt die Gegner gerne im Kreis laufen und nur zu schnell unsere Fährte verlieren, insgesamt arbeiten die anderen Überlebenden aber gut zusammen, suchen Deckung und kommunizieren untereinander über unsere Aufenthaltsorte. Alles in allem habe ich den kurzen Spielabschnitt sehr genossen und nach und nach neue Taktiken entwickelt, um gegnerische Camps zu durchqueren. Eindeutig die richtige Entwicklung für die Reihe.

Man merkt schnell, dass sich die Überlebenden in Stämmen zusammen getan haben. Diese leben scheinbar in Koexistenz zueinander und vertreten unterschiedliche Wertvorstellungen. Der gespielte Abschnitt war storymäßig sehr mau und hat nicht viel verraten, Stämme wie die Naturtreuen Kinder des Waldes und die brutalen Pioniere ließen aber bereits Konfliktpotential und interessante Eigenschaften vermuten. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein – hoffentlich holt das Studio hier alles an Potential raus.

Wir haben das Spiel auf dem PC getestet und nichts von bereits von den Entwicklern angekündigten Bugs bemerkt. Das Spiel lief äußerst flüssig, sah grandios aus, versprühte dank der gleichen Engine aber den rustikalen Charme der Vorgänger.


Unser Fazit:
Meine Sorgen sind – vorerst – beschwichtigt. Das offene Szenario an der Oberfläche steht Metro: Exodus außerordentlich gut und wirft ganz neue Potenziale auf. Bereits in diesem frühen Build geben die Kämpfe einiges an Variation her und lassen nur das Feintuning an der KI vermissen. Aber das sollte kein Problem darstellen. Jetzt gilt es nur noch, die Story spannungsvoll in die neue Bahn zu lenken und dramaturgisch alles aus der neuen Stammesgesellschaft herauszuholen. Ich kann Metro: Exodus aber insofern schon mal ein Kompliment aussprechen: Ich hätte es gerne noch stundenlang weiter gespielt.

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