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A Long Way Down im Hands-on: Ein gelungener Genre-Mix aus Frankreich

Das französische Studio Seenapsis hatte auf der diesjährigen Gamescom ihren Debüt-Titel A Long Way Down im Gepäck. Was der Genre-Mix aus Roguelite, RPG und Kartenspiel auf dem Kasten hat, erfahrt ihr in unserem Preview.

In A Long Way Down schlüpfen wir in die Haut eines namenlosen Abenteurers. Ohne jegliche Erinnerung wachen wir in den finsteren Tiefen eines Dungeons auf. Für uns gibt es nur ein Ziel: Wir müssen aus diesem Gemäuer entkommen. Doch diese Aufgabe gestaltet sich nicht leicht. Immerhin arbeitet der Dungeon Master gegen uns. Dabei übt er seinen Einfluss auf jeden Abschnitt des Dungeons aus. Dies geschieht in Abwechslung mit unseren Spielzügen.

Jede Stufe des Kerkers besteht aus schwebenden, nicht miteinander verbundenen, Inseln aus Kacheln, auf denen sich Monster und Schatztruhen tummeln. Wir dürfen erst eine neue Kachel ausspielen und uns dann einige Felder weit bewegen. Auf diese Weise können wir die einzelnen Inseln miteinander verbinden, um uns auf den Weg zum Endboss der jeweiligen Stufe zu machen oder um uns Schatztruhen unter den Nagel zu reißen. Welche Kacheln wir spielen können, hängt von einem zufällig generierten Deck ab.

Haben wir unsere Aktionen beendet, ist der Dungeon Master an der Reihe. Wie auch wir kann er neue Kacheln oder sogar neue Monster ausspielen und seine gewalttätigen Schergen durch sein Reich bewegen. Stoßen wir mit einer der Kreaturen auf einer Kachel zusammen, wechselt A Long Way Down in die Kampfansicht. Dort zeigt sich schnell der (J)RPG-Einfluss. Denn die Kämpfe werden rundenbasiert ausgetragen. Allerdings mit einem kleinen Twist: Die verfügbaren Angriffe und Fähigkeiten richten sich nach den ausgerüsteten Karten. Außerhalb des Kampfes können wir unser Deck entsprechend anpassen.

Dadurch bekommt das komplette Gameplay eine dynamische Note. Denn wir wissen nie, welche Karte wir als nächstes ziehen werden – egal ob im Dungeon oder in der Schlacht gegen die Ungeheuer. Dies sorgt für ordentlichen Spielspaß und Taktik-Fans können sich so richtig austoben. Zudem können wir unsere Ausrüstung und unsere Skills aufwerten. Vorgefertigte Klassen gibt es nicht – wir bestimmen unseren Spielstil selbst.

Doch während unserer Reise treffen wir nicht nur auf die Gehilfen des Dungeon Masters. Auch andere Lebewesen tummeln sich in den Untiefen des Kerkers. Ob sie zu Freunden oder Feinden werden, hängt von unseren Entscheidungen ab. Begleiten sie uns, dienen die Verbündeten eher als Sidekicks mit speziellen Eigenschaften. Eine Anpassung der Ausrüstung ist, zumindest bislang, nicht vorgesehen. Natürlich befindet sich A Long Way Down noch in der Entwicklung und somit kann sich das durchaus noch ändern.

Moralische Entscheidungen verändern den Lauf des Spiels und auch unsere Wahrnehmung des Dungeons. Je nachdem, welche Wahl wir treffen, erhalten wir verschiedene Gegenstands- und Fähigkeitskarten. Auch unsere Stats werden durch diese Entscheidungen beeinflusst – positiv und negativ. Wir müssen also einen guten Kompromiss finden. Durch die prozedurale Generierung der einzelnen Level und Ereignisse, ändert sich das Spielerlebnis mit jedem Durchgang komplett. Somit sorgt A Long Way Down für einen riesigen Wiederspielwert.

Grafisch zaubert der Titel eine detailverliebte Spielwelt auf den Schirm. Die isometrische Ansicht passt perfekt zum Kachel-Aufbau der einzelnen Level und die Hintergrundgrafiken im Kampfbildschirm wirken wie von Hand gezeichnet. Die Gestaltung der verschiedenen Karten weiß ebenfalls zu gefallen. Passend dazu liefert A Long Way Down einen schönen Soundtrack.

Der Release für A Long Way Down ist für das erste Halbjahr 2019 geplant. Erscheinen soll der Titel für den PC und die Nintendo Switch.

Fazit:
Mit A Long Way Down hat das französische Studio Seenapsis einen ordentlichen Indie-Titel in der Mache. Der Genre-Mix wirkt erfrischend und glänzt durch eine hohe Gameplay-Dynamik und eine große Portion Taktik – dazu fällt der Wiederspielwert enorm hoch aus. Doch auch optisch und klanglich macht der Titel einiges her. Wir freuen uns jedenfalls auf den Release im kommenden Jahr!

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