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A Plague Tale: Innocence im Test – Tolles Adventure mit dichter Atmosphäre

Nun ist es soweit: Nach ersten imposanten Trailern und Gameplay-Previews ist das mittelalterliche Action-Adventure A Plague Tale: Innocence auf PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Wieso das Game gleichzeitig wenig überrascht und doch ein einzigartiges Erlebnis bietet, das klärt der Test.

Die als der “Schwarze Tod” bezeichnete Pest hat ab dem Jahr 1349 Millionen von Menschen in den Tod gerissen und den europäischen Kontinent in einen Schleier des Elends gehüllt. Im Frankreich des 14. Jahrhunderts schlüpfen wir in die Rolle von Amicia DeRune, ein junges Mädchen des französischen Adels. Als das Familienanwesen von feindlichen Soldaten überfallen und verwüstet wird, gelingt Amicia mit ihrem Bruder Hugo die Flucht. Das Land wird aber bereits von einer rätselhaften Seuche heimgesucht, die durch Ratten übertragen wird und Betroffene Menschen mit einem schmerzhaften Siechtum überzieht. Die, die nicht krank sind, werden paranoid und angesichts des Elends wahnsinnig und ziemlich aggressiv.

Nun liegt es an Amicia, sich und ihren sehr jungen und zartbesaiteten Bruder durch diese chaotischen Zeiten, verlassene Ruinen, aufgebrachte Menschenmengen und Fluten an beißwütigen Ratten zu bringen. Die Geschichte von A Plague Tale: Innocence ist unfassbar spannend erzählt. Ein Mix aus eindringlichen Zwischensequenzen, überzeugenden Dialogen und abwechslungsreichem Smalltalk mischt sich grandios mit dermaßen spannenden Spielabschnitten, dass man die Luft anhalten möchte. Dazu kommt das sich immer weiter ausbauende Verhältnis zwischen Hugo und Amicia: Während die beiden sich zu Beginn der Handlung wenig kennen und Amicia ihn eher als Bürde wahrnimmt, so wird die Bindung zwischen den beiden mit jeder Spielstunde dicker. Schon nach kurzer Zeit ist Hugo kein Ballast mehr. Im Gegenteil: Ihn heile und unbeschadet ans Ziel, durch dunkle Ruinen und gefährliche Gassen zu bringen, das ist unser größtes Ziel. Und hier entstehende wirklich spannende Szenen.

Bereits in den ersten Spielstunden treffen wir auf eine verlassene und hochinfektiöse Geisterstadt. Die verbliebenen Einwohner sind nicht gut auf Außenseiter zu sprechen und machen kurzerhand Jagd auf unser Duo. Statt die erhoffte Hilfe zu bekommen, werden wir durch enge Straßenschluchten gehetzt und müssen am Ende sogar gegen einen stark gepanzerten Soldaten kämpfen und ihm mit unserer Schleuder die schwere Rüstung vom Körper lösen. Das ist nur eins der vielen Beispiele für die großartige Inszenierung, die A Plague Tale: Innocence abliefert. Stark!

So spannend der Titel auch ist, die Mechaniken sind nichts neues. Das Gameplay fokussiert sich sehr auf Stealth-Gameplay – in der direkten Konfrontation sind wir beinahe immer unterlegen und geben schnell den Löffel ab. Damit es aber gar nicht so weit kommt, lenken wir Gegner durch geworfene Gegenstände ab oder schalten sie mit unserer Steinschleuder aus. Unsere Schleuder können wir mit gefundenen Materialien stärker machen, unsere maximalen Munitionsvorrat erweitern oder unsere Rüstung aufwerten und so unsere Bewegung ein Stückchen leiser machen.

Den größten Teil des Gameplays kennt man aus anderen Stealth-Titeln und der ist ziemlicher Standard. Die spannendsten Abschnitte drehen sich um die Meere an bissigen Pest-Ratten, die wir durch Fackeln oder fallende Leichen ablenken können. Die Stellen sind sehr spannend gestaltet – insgesamt macht A Plague Tale: Innocence leider zu wenig neu. Besonders die verschiedenen Stealth-Elemente und das Upgrade-System sind zu generisch.

Visuell hat A Plague Tale: Innocence einiges zu bieten. Es ist zwar kein Grafikwunder und hat im Bereich Texturen und Charakterdesign einige Schwächen, aber dafür ist es verdammt stimmig inszeniert. Das mittelalterliche Frankreich mit seinen Ruinen, Burgen und verlassenen Städten ist abwechslungsreich und eindrücklich gestaltet. Dazu kommen tolle Spielereien zwischen Licht und Schatten und natürlich die bedrohlichen und auch technisch eindrucksvollen Massen an Ratten, die allesamt gleichzeitig auf den Bildschirm wuseln.

Zu der atmosphärischen Inszenierung passt die musikalische Untermalung, die besonders die sehr spannenden Sequenzen orchestral begleitet. Insgesamt kann A Plague Tale: Innocence besonders durch die Kombination von authentischen Umgebungen und einer grandiosen Begleitmusik überzeugen. Absolut erste Klasse!

Unser Fazit:
Ich bin sehr angetan von A Plague Tale: Innocence. In puncto Gameplay kann es zwar wenig Neues bieten und auch die Grafik kommt nicht an aktuelle AAA-Titel heran, dafür ist es so stimmig inszeniert wie nur wenige andere Adventures. Wer ein spannendes und Atmosphärisches Adventure im historischen Setting sucht, der kann hier nichts falsch machen.

Wertung: 4.6 out of 5 stars (4,6 / 5)

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