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Cyberpunk 2077 Vorschau: Ein Sci-Fi-Abenteuer der nächsten Generation

Spätestens seit der Veröffentlichung der ersten Spielszenen aus Cyberpunk 2077 kennt der Hype rund um das Rollenspiel kein Halten mehr. Und der Grund dafür ist ganz einfach: Das bisher veröffentlichte Material aus dem Spiel sieht wirklich verdammt gut aus. Jedoch hat uns die Vergangenheit gelehrt, dass der Schein trügen und bis zum Release eines Spiels so einiges schiefgehen kann. Warum ich aber glaube, dass ihr euch bei Cyberpunk 2077 keine Sorgen machen müsst, das erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Kommen wir erst einmal zum wichtigsten Punkt: Worum geht es in Cyberpunk 2077 überhaupt? Das Spiel ist an das Pen-&-Paper-Rollenspiel Cyberpunk 2020 von Autor Mike Pondsmith angelehnt. Es spielt in der fiktiven Megametropole Night City, irgendwo zwischen L.A. und San Francisco. Ihr schlüpft in die Rolle von V, einem gesetzlosen Söldner auf der Suche nach dem Schlüssel zur Unsterblichkeit, in Form eines Implantats.

Deine Vergangenheit bestimmt deine Zukunft

Zu Beginn des Spiels erstellt ihr euch einen Charakter – männlich oder weiblich bleibt euch überlassen. Und bereits hier stößt man auf die Liebe zum Detail, die mich schon jetzt zuversichtlich stimmt, dass Cyberpunk 2077 ganz groß wird. Wenn ihr euren Charakter erstellt, könnt ihr dessen Hintergrundgeschichte wählen, die euch den Rest des Spiels begleitet und einen Einfluss auf das Spielgeschehen hat. Beispielsweise startet ihr das Spiel je nach Pfad an einem anderen Ort.

Wenn ihr einen Charakter spielen möchtet, der weiß, wie hart das Leben auf der Straße ist und der sich mit Gangs auskennt, dann wählt ihr das Leben eines Mannes, der auf der Straße aufgewachsen ist. Wenn ihr Night City lieber als skrupelloser Geschäftsmann durchquert, der die Regeln immer zu seinem Vorteil beugt, dann ist auch das möglich. Alternativ könnt ihr euch auch als Nomade versuchen, der sein Leben außerhalb von Night City verbracht hat, aber schließlich doch irgendwann in der Megametropole gelandet ist.

Natürlich stehen euch zudem zahlreiche Individualisierungsoptionen zur Verfügung. Ihr könnt das Aussehen eures Helden Rollenspiel-typisch ganz nach euren Vorlieben anpassen. Egal ob Nase, Mund, Kiefer, Haare oder Augen – alles kann verändert werden.

Abgesehen davon habt ihr bei der Erstellung eures Helden auch die Möglichkeit, Attributspunkte zu vergeben. Wollt ihr eure Gegner mit purer Kraft erledigen? Dann setzt auf Stärke. Wenn ihr lieber als hackender Netrunner im Verborgenen kämpft, dann verpasst eurem Charakter mehr Intelligenz.

Aber damit noch nicht genug: In einem umfangreichen Talentbaum könnt ihr eure Fähigkeiten nach und nach in verschiedenen Bereichen verbessern. Wenn ihr ein Meister im Umgang mit Waffen werden wollt, dann levelt ihr am besten eure Reflexe auf und vergebt Punkte für Pistolen, Gewehre oder Klingen. Keinen Bock auf Waffen? Dann verbessert eure Hacking-Skills und Nahkampffähigkeiten. Hier ist so gut wie jede Kombination denkbar.

Keanu im Kopf

In der neuesten Gameplay-Demo, die eine Mission ungefähr aus der Mitte des Spiels zeigt, müssen wir Brigitte, die Anführerin der sogenannten Voodoo Boys, finden. Unbekannte haben uns nämlich einen Chip implantiert und seit diesem Eingriff sehen wir Johnny Silverhand (Keanu Reeves) – der in der deutschen Version von Benjamin Völz gesprochen wird – als Hologramm. Brigitte hat angeblich mehr Infos darüber, was mit uns los ist und was das Ganze überhaupt soll.

Aus diesem Grund treffen wir einen Kontaktmann namens Placide, dessen vertrauen wir aber erst gewinnen müssen, bevor er uns mit Informationen zum Aufenthaltsort von Brigitte versorgt. Der zwielichtige Typ schickt uns ins nahegelegene Einkaufszentrum Grand Imperial Mall, das von der verfeindeten Animal Gang besetzt wurde.

Während uns Placide den Auftrag erteilt, bekommen wir das Dialogsystem zu sehen, das ziemlich dynamisch ausfällt. Placide greift nach unserer Hand, um uns mit seinem Laptop zu verbinden. In dieser Szene haben wir nur wenige Sekunden Zeit, um unsere Hand wegzuziehen, wenn wir das nicht möchten. Mit anderen Worten: In Cyberpunk 2077 sollte man immer wachsam sein – auch während der Dialoge.

Nachdem wir alle nötigen Infos haben, machen wir uns auf zur Mall und wir bekommen Pacifica zu sehen, einen der sechs Bezirke, die uns in Night City erwarten. Spekulanten hatten geplant, Pacifica als Luxus-Viertel aufzubauen. Dieses Projekt wurde jedoch nie fertiggestellt. Heute erinnern nur noch leuchtende Neonreklamen an den Traum von damals, der mittlerweile von Gangs und Korruption in einen Albtraum verwandelt wurde.

Mein erster Gedanke, den ich hatte, als ich diesen Abschnitt zu sehen bekommen habe: Wie lange muss es wohl gedauert haben, so viele Details in so eine weitläufige Spielwelt zu packen? An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen: düstere Cyber-Stores, in denen wir uns mit neuer Cyberware ausstatten können – legal oder illegal, von der Zeit gezeichnete Mega-Bauten, die beim bloßen Anblick verdeutlichen, was dieses Viertel in den letzten Jahrzehnten durchmachen musste und dubiose Hinterhöfe, denen man eigentlich fern bleiben sollte, die wir aber nur zu gerne untersuchen würden. Ja, Pacifica ist schrecklich – schrecklich schön. Aber keine Zeit für Sightseeing – wir haben einen Auftrag zu erledigen.

Wir begeben uns auf unserem schicken Yaiba Kusanagi Bike, das man entweder aus der First- oder Third-Person-Perspektive steuern kann, zum Hintereingang des Einkaufszentrums und jetzt liegt es an uns, wie wir vorgehen.

Hacker oder Terminator?

Ein Beispiel: Wir versuchen uns als Netrunner und hacken was das Zeug hält. Über Access Points füllen wir den Buffer unseres Cyberdecks, durch ein kleines Minispiel. Dadurch bekommen wir Zugang zu Geräten, die mit dem Netzwerk verbunden sind. Dann schleichen wir uns an ein paar Wachen vorbei, bevor wir dann ein muskelbepacktes Gang-Mitglied, das gerade mit einem Boxroboter trainiert, ausschalten. Das machen wir, indem wir den Blechkameraden hacken. Nur wenige Sekunden nach unserer Manipulation knockt er den Muskelprotz aus.

Ein paar Meter weiter erledigen wir noch ein Animal-Mitglied, das gerade Gewichte stemmt, indem wir die Gewichte durch einen Hack auf ihn herabstürzen lassen. Danach manipulieren wir einen Getränkeautomaten, um ein paar Gegner abzulenken – so kommen wir unbemerkt an ihnen vorbei. Auf diese Weise nähern wir uns langsam aber sicher dem Ziel, ohne uns die Hände schmutzig machen zu müssen.

Wir stoßen auf einen Van, der von der Animal Gang bewacht wird. Aber kein Problem, die machen wir als Hacker mit unserem “Nanowire” kalt, einem glühenden Kabel, das sich nicht nur durch das Fleisch der Gegner schneidet, sondern mit dem man sich auch in den Kopf von Feinden einklinken kann, um ein paar Neuronen zu zerbröseln. Nachdem alle Gegner erledigt sind, hacken wir den Van, wodurch wir erfahren, dass die Regierungsbehörde Netwatch, die alle Datenströme in Pacifica überwacht, mit der Besetzung der Mall zu tun hat. Aber es kommt noch besser: Wir müssen feststellen, dass sich ein Netwatch-Agent ganz in der Nähe befindet. Lasst uns an dieser Stelle vom Netrunner zu einem alternativen Charakter wechseln.

Die selbe Mission lässt sich nämlich auch auf eine ganz andere Weise spielen. Wenn ihr eher auf die Terminator-Tour steht und Hacken so gar nicht euer Ding ist, dann setzt beim Erstellen eures Charakters einfach auf Stärke. So seid ihr beispielsweise in der Lage, Türen aufzureißen, wodurch ihr euch das Hacken der Gerätschaften am Anfang der Mission sparen könnt. Abgesehen davon könnt ihr als “Solo” (so heißen Killer, Leibwächter und Söldner in der Welt von Cyberpunk) Gegner als lebendes Schild benutzen. Praktisch.

Wir erreichen schließlich die Haupthalle des Einkaufszentrums, wo wir es so richtig krachen lassen. Zuerst heben wir ein montiertes Geschütz aus den Angeln, um uns dann ein heftiges Feuergefecht mit den verbleibenden Animals zu liefern, bei dem wir den Laden ziemlich verwüsten.

Hier kommen die Partikeleffekte und das Zerstörungssystem so richtig zur Geltung. Reklametafeln explodieren und versprühen Funken, Steinsäulen zerbersten im Kugelhagel und zurück bleibt ein vom Kampf gezeichnetes Schlachtfeld. Übrigens: Uns wurde versichert, dass man das Spiel komplett durchspielen kann, ohne auch nur einen Gegner zu töten. Keine Option für unseren Cyberpunk-Terminator.

Eine schwerwiegende Entscheidung

Es folgt ein Kampf gegen Sasquatsch. Sie ist die lokale Anführerin der Animals und doppelt so muskulös wie ihre Untergebenen. Dafür sorgt ein Tank auf ihrem Rücken, der sie mit Steroiden versorgt. Diesen versuchen wir mit ein paar gezielten Schüssen zu zerstören, um sie zu schwächen, während sie versucht, uns mit ihrem riesigen Hammer zu zermalmen. Als der Tank schließlich zerstört und das Muskelmonster besiegt ist, haben wir die Wahl: Wir können sie verschonen oder sie endgültig erledigen… Wir haben sie nicht verschont.

Erschhöpft vom Kampf zuvor folgt der nächste Hammer: Wir finden den Netwatch-Agenten, der uns einen Deal anbietet. Er möchte, dass wir uns ihm anschließen und warnt uns vor der Voodoo Gang, die uns angeblich nach Abschluss der Mission beseitigen wird. Aber können wir Netwatch wirklich trauen? Vermutlich nicht. Wir erledigen den Agenten und beenden die Mission mit einem unguten Gefühl.

Haben wir wirklich das Richtige getan? Wir werden es erfahren – am 16. April 2020. Dann erscheint das Spiel nämlich für PC, PS4 und Xbox One.

Das denken wir:
Cyberpunk 2077 ist ein Erlebnis, in jeder Hinsicht. Man merkt an jedem Detail, jedem Feature und vor allem an den tollen Charakteren, die wir bisher zu sehen bekommen haben, dass sich CD Projekt RED alle Mühe gibt, die hohen Erwartungen, die wir alle an diesen Titel haben, zu erfüllen. Und was das angeht, bin ich sehr zuversichtlich.

Es bleibt zwar noch offen, wie abwechslunsgreich die restlichen Missionen des Spiels gestaltet sind und ob Night City in der finalen Version wirklich so lebendig ist, wie es uns versprochen wird, aber wenn man Cyberpunk 2077 in Aktion sieht, hat man schon jetzt das Gefühl, ein Sci-Fi-Abenteuer der nächsten Generation zu erleben.

Alles wirkt ein gutes Stück größer, schöner, detaillierter und cineastischer als wir es bisher in vergleichbaren Spielen gesehen haben. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, mich von Night City verschlingen zu lassen.

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