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Red Dead Redemption 2 – Meisterwerk mit Startschwierigkeiten

Bislang kamen nur Konsolenspieler in den Genuss des von Rockstar vor einem Jahr veröffentlichten Western-Epos, aber nun ist es soweit: Seit dem 05. November 2019 ist Red Dead Redemption 2 für den PC und somit auch für alle Spieler erhältlich. Wir haben uns den PC-Port samt seiner gravierenden Launch-Probleme im Detail angeschaut und berichten euch von unseren Erlebnissen im Wilden Westen.

Die Bande rund um Protagonist Arthur Morgan hat es gerade nicht leicht. Nach einem missglückten Heist sind sie auf der Flucht vor den Gesetzeshütern und den berüchtigten Detektiven der Pinkerton-Agentur und dürfen sich auch noch mit rivalisierenden Banden herumschlagen. Als wäre das nicht genug, verschlägt es die bunte Gruppe in einen Schneesturm, aus dem sie gerade so lebendig herauskommen. Was darauf folgt, ist eine klassische Western-Story um harte Kerle, leichte Mädchen und einer Menge Verrat und Blei. Rockstar hat die bereits aus dem Jahr 2018 bekannte, grandios inszenierte und überall gefeierte Geschichte von Red Dead Redemption 2 natürlich unverändert auf den PC übernommen und so – in der Theorie – die beste Variante von Red Dead Redemption 2 geliefert.

Wieso in der Theorie? Naja, theoretisch hat der PC all die technischen Möglichkeiten, dem Spiel den visuellen Mantel zu verpassen, den die pompöse Story verdient. Der Wilde Westen aus dem Jahr 2018 war schon auf der Konsole verdammt hübsch anzusehen und versprach mit dem PC-Release noch eine ganze Ecke schöner zu werden.

Leider war die PC-Fassung von Red Dead Redemption 2 bei einem großen Teil der Spielerschaft mit massiven Launch-Problemen belegt. Viele Spieler konnten ihre Kopien nicht aktivieren, herunterladen oder starten – gerne stürzte Red Dead Redemption 2 mit einer allgemein gehaltenen Fehlermeldung ab. Wer das Spiel starten konnte, wurde mit brüchigen Framerates, Freezes und einer mangelhaften Leistung bestraft – selbst bei leistungsstarken Top-Systemen, die die Systemanforderungen locker packen sollten. Kurios: Viele Spieler berichteten, dass niedrige Grafikeinstellungen das Problem noch verschlimmerten.

Unser Testsystem bescherte uns hauptsächlich Standbilder, die im Minutentakt für 5-10 Sekunden auftraten und das Spielen unmöglich machten. Ohne Rockstar-Fix, aber mit eigener Mühe konnten unsere Freezes durch Wechsel der Kantenglättung und einer manuellen Drosselung der Prozessorkerne um wenige Prozente das Problem lösen. Was blieb war ein beinahe ruckelfrei laufendes Red Dead Redemption 2 – aber steht eine offizielle Hilfe seitens Rockstar für viele Spieler noch raus, die inzwischen auf eine Erstattung hoffen.

Wenn Red Dead Redemption 2 aber erstmal läuft, dann läuft es richtig. Diejenigen, die die Konsolenfassung bereits gespielt haben, kennen den absolut unfassbar großen Umfang des Spiels. Abgesehen von der Hauptkampagne, die uns bereits über eine mittlere zweistellige Stundenzahl hinweg an das Gamepad fesselt, gibt es in Red Dead Redemption 2 eine Menge zutun. Wir jagen Bären und Elche, spielen Poker, rauben Züge aus, bestehen allerhand Nebenmissionen, sammeln Schätze und sahnen Kopfgelder ab. Dazu kommt der GTA Online nachempfundene Online-Modus von Red Dead Redemption 2, in dem wir unseren eigenen Cowboy (oder Cowgirl) erstellen und uns in die gesetzlose Online-Community werfen, um Missionen zu erledigen, Geld zu verdienen und die Welt zu erkunden. Rein spielerisch bleibt Red Dead Redemption 2 auch auf dem PC das absolute Monster, das es auch auf der Konsole ist – typisch Rockstar halt!

Die wirklich spannende Neuerung sind aber die technischen Änderungen. Diese kann man nur so zusammenfassen: Unfassbar. Selten sah ein Spiel auf dem PC so gut aus wie Red Dead Redemption 2. Die 4K-Auflösung, die verbesserte Kantenglättung und das überdurchschnittlich komplexe Grafik-Menü mit vielen Optionen machen Red Dead Redemption 2 zum aktuell schönsten Open World-Titel und bieten eine Menge Anpassungsspielraum für jedes System. Die Welt von Red Dead Redemption 2 besteht aus so vielen verschiedenen Umgebungen, die allesamt wunderschön inszeniert sind – rauchige Canyons, neblige Bergketten, verschneite Pfade und belebte Wälder. Egal, wohin man schaut, man atmet die Welt von Red Dead Redemption 2 nur so ein. Wunderschön!

Für Konsolen-Muffel und Shooter-Fans sollte die Steuerung von Red Dead Redemption 2 genau richtig kommen. Typisch für den PC kann das Spiel mit Maus und Tastatur gespielt werden. Während die Ausritte auf dem Pferd wesentlich leichter mit dem Controller bewältigt werden können und mit der Maus etwas hakelig werden, so sind es doch gerade die Schusswechsel, die von der Maus profitieren. Sobald unsere Revolver, Schrotflinten, Gewehre und Bögen ins Spiel kommen, macht die Bedienung mit der Maus viel mehr Spaß – und Sinn. Konsolen-Shooter sind bekanntermaßen nicht mit grandioser Steuerung gesegnet und das gilt auch für Red Dead Redemption 2. Mit der Maus lassen sich die Gegner besser treffen und auch der eine oder andere Kopfschuss mehr ist drin. Definitiv eine Steigerung!

Unser Fazit:

Red Dead Redemption 2 hat einen schwierigen Start. Wir konnten unsere Probleme größtenteils beheben, für viele andere Spieler gilt das leider nicht – zu groß sind die technischen Hürden und zu klein die bisherige Hilfe von Rockstar. Wenn Red Dead Redemption 2 aber funktioniert, dann wird es zu einem der besten Spiele der letzten Jahre. Die grafischen Verbesserungen sind atemberaubend und zusammen mit der verbesserten Steuerung ergibt das die definitiv beste Version des beliebten Western-Abenteuers. Wer eine hübschere Version der Konsolenfassung erleben möchte und etwas Geduld für Troubleshooting mitbringt, der muss zuschlagen!

Wertung: (4,4 / 5)

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