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The Last of Us 2 im Test – Jetzt kann die PlayStation 5 kommen

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Schmückt den Weihnachtsbaum, holt den Eierlikör – Weihnachten findet dieses Jahr sechs Monate früher statt. Am 19. Juni 2020 ist der sehnlichst und heiß erwartete Nachfolger des für mich besten Titels der PlayStation 3-Ära erschienen: The Last of Us 2. Was dieses Spiel so besonders macht und welche hässlichen Kontroversen seinem Release vorausgegangen sind, das erklärt unser Test.

Der Launch von The Last of Us 2 wurde von einigen Ereignissen überschattet. Wenige Wochen vor dem Release hat jemand eine spielbare Fassung des Titels in die Finger bekommen und damit sind fiese Story-Spoiler in Bild und Ton auf YouTube & Co. gelandet. Diese Videos wurden glücklicherweise inzwischen gelöscht, dürften aber dem einen oder anderen Fan die Vorfreude so richtig versaut haben.

Als wäre das nicht genug, ging dem Release von The Last of Us 2 ein ziemlich lächerlicher Shitstorm voran. Einige Wenige regen sich ziemlich laut und vehement über das Charakter-Design der weiblichen Protagonistin Ellie auf. Ellie befindet sich nämlich in einer Beziehung mit einer anderen Frau und das gefällt den Wochenendkriegern und Internettrollen auf Twitter, Reddit & Co. überhaupt nicht. Es wäre ja zu viel verlangt, das einfach zu akzeptieren und das Spiel zu genießen. Oder es wenigstens zu ignorieren. Hat aber beides nicht geklappt – und deshalb die lautstarken Beschwerden und Beschwörungen über den Untergang der abendländischen Kultur im Political Correctness-Sumpf. Selten sieht man so eine unangemessene Kontroverse für so ein tolles Spiel. Denn das ist The Last of Us 2 am Ende des Tages.

Die Geschichte von The Last of Us 2 schließt zeitlich an die Ereignisse des Vorgängers an. Das dynamische Team Joel und Ellie haben ein paar Jahre in einer sicheren und ziemlich harmonischen Siedlung mit anderen Überlebenden verbracht. Durch meterhohe Zäune, enge Zusammenarbeit und regelmäßige Kontrollgänge, um Infizierte und Räuber aufzuspüren, kann die Gemeinde seit einiger Zeit sicher in der kalten Landschaft Nordamerikas überleben. Ein Zwischenfall zwingt Ellie und einige andere Charaktere jedoch zur schnellen Abreise nach Seattle – und hier geht die Geschichte so richtig los. Mehr sei von der Story aus The Last of Us 2 nicht verraten – übrigens auch nicht von der Handlung des Vorgängers. Wer das nicht gespielt hat, sollte es nämlich dringend nachholen.

So viel sei gesagt: The Last of Us 2 ist grandios erzählt. Ob die Uncharted-Reihe oder The Last of us: Naughty Dog ist nicht ohne Grund einer der besten Entwicklerstudios und der wohlgehütete Schatz von Sony. Das kalifornische Studio schafft es auch in The Last of Us 2 ruhige Momente, scheinbar oberflächliche Dialoge und sympathische Charakterentwicklung mit herzzereißenden Geschichten und tobenden Action-Sequenzen zu kombinieren. Kurzgesagt bietet auch The Last of Us 2 eine abwechslungsreiche Story mit vielen Wendungen und eindringlichen Momenten, die jedem Fan von “Story Driven-Games” gefallen dürfte.

Spielerisch wird The Last of Us 2 Kennern des Vorgängers sehr bekannt vorkommen. In der Haut von Ellie schleichen wir uns durch besetzte Gebiete, lenken Gegner mit einem gezielten Flaschenwurf ab und erledigen diese dann mit einem Stealth-Kill. Sollte das nicht klappen, können wir auch unsere Pistole oder Gewehr einsetzen, die wir an einer Werkbank dank gefundener Ersatzteile um ein größeres Magazin oder eine höhere Präzision erweitern können.

Dennoch kann Ellie auch ein paar neue Tricks: Beispielsweise kann sie nun auch liegend schießen und wenn uns Gegner etwas zu nah auf die Pelle rücken, können wir sie in einer Art Quick Time Event auch im Nahkampf ausschalten. Wir weichen gegnerischen Attacken aus und verpassen ihnen anschließend ein paar Hiebe. Nach und nach findet Ellie Trainingshandbücher und lernt neue Techniken wie schnellere Stealth-Kills oder Sprengfallen. So wird das gut funktionierende Kampfsystem um ein paar erfrischende Neuerungen erweitert. Alleine das Durchwühlen von hunderten Schubladen auf der Suche nach Ressourcen wird auf Dauer etwas anstrengend – das darf gerne schneller und unkomplizierter gehen. Konsolen-Kollege “Days Gone” ist hier ein tolles Beispiel!

Ellie ist zwar ziemlich tough, aber die Entwickler haben es trotzdem geschafft, ein bedrohliches Survival-Gefühl zu kreieren. Ist man beispielsweise nur kurz etwas zu laut, wenn ein Clicker – ein Infizierter, der nicht sehen, aber verdammt gut hören kann – in der Nähe ist, dann kann das bereits den Bildschirmtod bedeuten. Hat man so einen Infizierten aufgescheucht, muss man verdammt vorsichtig sein, denn ein Angriff des Clickers genügt und Ellie ist Geschichte.

In so einer Situation muss man Ruhe bewahren, auch wenn das angesichts so eines grässlichen Wesens nicht so einfach ist. Bleibt man geräuschlos stehen, dann beruhigt sich dieser fiese Infizierte (wenn man Glück hat) und man kann sich anschleichen, um ihn zu erledigen. Unangenehme Begegnungen wie diese machen dem Survival-Genre alle Ehre.

Zwar ist Ellie kein Nathan Drake, aber dennoch ein ganzes Stück flinker als der vergleichsweise behäbige Joel. Die Kletterei nimmt nämlich einen größeren Teil in The Last of Us 2 ein als noch im Vorgänger. Hier bewegen wir uns dank neuer Fortbewegungsmethoden stehend, geduckt, liegend, auf dem Pferd oder am Seil durch Ruinen und Natur – hier kommt keine Langeweile auf. Darüber hinaus sind die Umgebungsrätsel noch ein ganzes Stück kreativer geworden: So müssen wir beispielsweise einen Generator mit einem Stromkabel verbinden, um ein verschlossenes Tor für unsere Begleitung zu öffnen. Das Kabel ist schnell gefunden – nur leider ist es nicht lang genug. Kurzerhand werfen wir das Kabel über einen Zaun und somit quer über den kleinen Levelabschnitt. Problem gelöst, Tor offen. Hier muss man seine grauen Zellen noch etwas mehr anstrengen als sonst. Cool!

Technisch ist The Last of Us 2 der bislang eindrucksvollste Titel auf Sonys PlayStation 4. Das hört man übrigens auch: Viele Spieler berichten von lauten Geräuschen, die ihre Konsole unter der Grafiklast von sich gibt. Aber die Grafik hat es auch in sich. Es gibt bis dato kein Spiel in dieser Konsolengeneration, das ein so schönes Gesamtbild bietet, wie The Last of Us 2. Lichtdurchflutete Wälder, verschneite Bergpassagen und von Pilzsporen verpestete Tunnel – The Last of Us 2 ist wirklich abwechslungsreich. Es gibt genug Material, um den eingebauten Fotomodus auszuprobieren. Bei dem hätten wir uns aber ein paar mehr Optionen gewünscht. Gerne hätten wir ab und an die Kamera freier bewegt oder die Figuren ausgeblendet. Was andere Games auch schaffen, hätte dem Fotomodus von The Last of Us 2 sehr gut getan. Dennoch entstehen schöne Fotos, so wie die Screenshots, die ihr auf dieser Seite hier findet. Ein toller Bonus: Die Umgebungen sind von der Musik von Gustavo Santaollala untermalt, der auch die einzigartige Musik des Vorgängers gebastelt hat.

In Sachen Animation und Charakterdesign merkt man eindeutig die Expertise im Bereich Motion Capturing. Es war eine gute Entscheidung, sämtliche Zwischenseqenzen – wie auch schon im Vorgänger – mit echten Schauspielern abzudrehen. Die Bewegungen sind menschlich und flüssig, die Mimik detailreich. Das führt dazu, dass die (übrigens pausier- und fotografierbaren) Cutscenes zusätzliche emotionale Tiefe haben und den Spieler so richtig mitreißen können. Toll!

Unser Fazit:

Was kann man dazu sagen? Naughty Dog hat es für mich erneut geschafft und das zweite Mal in Folge das definierende und beste Spiel einer ganzen Konsolengeneration erschaffen. The Last of Us 2 steht dem Vorgänger und seinen großen Fußspuren in nichts nach und schafft es sogar, das Erlebnis um mehr Action, mehr Emotion und mehr Abwechslung zu erweitern. Erzählerisch, grafisch und technisch ist The Last of Us 2 absolute Champions League und ein echtes Muss für jeden Fan hochqualitativer Exklusivtitel. Kaufen!

Wertung: 5 out of 5 stars (5 / 5)

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